Aqara hat auf der IFA fünf neue Leuchten gezeigt, die sowohl Matter over Thread als auch Zigbee beherrschen. Für Home-Assistant-Nutzer ist das interessanter als die üblichen Lampenankündigungen, weil man sich beim Einbindungsweg nicht festlegen muss.
Die fünf neuen Modelle
- Floor Lamp T1, eine Stehleuchte mit 1.420 Millimetern Höhe
- LED Downlight T2 für die Deckenmontage
- LED Strip T2 als Lichtband
- Outdoor String Lights H1, eine Lichterkette für draußen
- Permanent Outdoor Lights H1 zur festen Montage an der Fassade
Die Stehleuchte fällt aus dem Rahmen, weil sie 18 einzeln ansteuerbare Zonen mitbringt. Bei maximal 1.000 Lumen und einem Weißbereich von 2.000 bis 9.000 Kelvin ist sie eher Stimmungslicht als Arbeitsplatzbeleuchtung.
Das Lichtband arbeitet mit 108 LEDs je Meter und bietet in der Drei-Meter-Ausführung ebenfalls 18 getrennte Zonen, dazu Farben und denselben weiten Weißbereich.
Zwei Funkwege, eine Entscheidung
Alle fünf Leuchten beherrschen beide Protokolle. Über Thread melden sie sich direkt bei einem Matter-System an, über Zigbee laufen sie in der Aqara-Welt mit dem vollen Funktionsumfang der eigenen App.
Wichtig dabei: Es handelt sich um eine Entweder-oder-Entscheidung. Anders als bei den Dual-Protokoll-Lampen von Philips Hue, die seit 2026 beide Funkarten gleichzeitig sprechen, wählt man hier einen Weg aus.
Das ist kein Nachteil, solange man vorher weiß, was man will. Über Matter listet Aqara Apple Home, Alexa, Google Home, SmartThings, Homey und Home Assistant als unterstützte Systeme.
Welcher Weg in Home Assistant
Beide Wege funktionieren, sie unterscheiden sich aber im Ergebnis.
Über Zigbee landen die Leuchten an einem eigenen Koordinator mit ZHA oder Zigbee2MQTT. Dort bekommt man in der Regel mehr Details und mehr Einstellmöglichkeiten, weil Zigbee2MQTT auch herstellerspezifische Eigenschaften auswertet. Ein Thread Border Router wird nicht gebraucht.
Über Thread kommen die Leuchten als Matter-Geräte herein. Der Umfang beschränkt sich dann auf das, was der Standard für Lampen vorsieht. Dafür lassen sie sich gleichzeitig in einem zweiten System nutzen, etwa in Apple Home für den Rest der Familie.
Die Faustregel: Wer ohnehin ein Zigbee-Netz betreibt und die Feinheiten will, nimmt Zigbee. Wer die Leuchten in mehreren Systemen braucht, nimmt Thread.
Warum Thread bei Lampen Sinn ergibt
Ein Punkt spricht unabhängig vom System für den Thread-Weg. Netzbetriebene Leuchten leiten im Thread-Netz Nachrichten für andere Geräte weiter und wirken damit als Wegpunkte.
Wer Thread-Sensoren betreibt, macht sein Funknetz mit jeder dieser Lampen stabiler. Und anders als bei WLAN-Leuchten belastet keine davon das Heimnetz mit einer zusätzlichen Adresse.
Was noch fehlt
Preise und Verfügbarkeit hat Aqara offengelassen. Bei einer Ankündigung auf der Messe ist das üblich, es macht die Einordnung aber schwer.
Gerade bei den beiden Außenprodukten wäre der Preis entscheidend, weil in dieser Kategorie zwischen 30 und 300 Euro alles möglich ist. Aqara positioniert sich üblicherweise unterhalb von Philips Hue und deutlich über den Einstiegsmodellen von IKEA.
Fazit
Fünf Leuchten mit beiden Funkwegen sind eine gute Nachricht, weil sie die Entscheidung offenlassen. Wer heute Zigbee betreibt und in zwei Jahren auf Thread wechselt, muss die Hardware nicht austauschen.
Bis Preise und Termine feststehen, bleibt es allerdings bei einer Ankündigung. Interessant wird vor allem, wo sich die Außenleuchten einsortieren, denn dort ist die Auswahl an Matter-Geräten bislang dünn.
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