Wer im Energie-Dashboard von Home Assistant echte Zahlen sehen will, braucht erst einmal eine Quelle. Drei Wege haben sich durchgesetzt, und sie lösen unterschiedliche Aufgaben. Teuer wird es bei keinem davon.
Der IR-Lesekopf am Hauszähler
Für die meisten Haushalte ist das die beste Wahl. Ein kleiner Magnetkopf wird auf die Infrarotschnittstelle des digitalen Zählers gesetzt und liest optisch mit, was der Zähler ohnehin ausgibt. Bekannt sind die Leseköpfe von Hichi und bitShake, sie kosten je nach Ausführung etwa 15 bis 30 Euro.
Der große Vorteil: Es sind die Werte des geeichten Zählers, also genau das, was der Netzbetreiber abrechnet. Keine Schätzung, keine Abweichung. Angeschlossen wird nichts, es braucht keine Elektrofachkraft, und mit Tasmota oder ESPHome läuft alles lokal ohne Cloud.
Einen Haken gibt es. Die meisten modernen Zähler geben nur den Zählerstand heraus, solange keine PIN eingegeben wurde. Erst mit der vierstelligen PIN vom Netzbetreiber liefern sie auch die momentane Leistung. Die PIN muss man anfordern, das dauert je nach Anbieter ein paar Tage.
Der Shelly Pro 3EM im Verteiler
Wer es phasengenau braucht, kommt am Shelly Pro 3EM kaum vorbei. Er sitzt auf der Hutschiene im Verteilerkasten und misst über drei Stromwandler die einzelnen Phasen L1, L2 und L3.
Das ist die richtige Lösung, wenn eine Photovoltaikanlage, ein Speicher oder eine Wallbox im Spiel ist. Dort zählt die schnelle Rückmeldung pro Phase, und genau die liefert der Shelly.
Zwei Dinge sollte man wissen. Der Einbau gehört in die Hände einer Elektrofachkraft, weil im Verteiler gearbeitet wird. Und die Werte sind nicht geeicht, für eine Abrechnung taugen sie also nicht. Für die eigene Auswertung reicht die Genauigkeit locker.
Messsteckdosen für einzelne Geräte
Der Hausanschluss zeigt die Summe. Wer wissen will, welches Gerät sie verursacht, braucht Zwischenstecker mit Messfunktion.
Über WLAN sind die Shelly-Stecker der naheliegende Weg, sie lassen sich lokal einbinden und liefern Leistung und Verbrauch. Wer bereits ein Zigbee-Netz betreibt, bekommt messende Zigbee-Steckdosen oft günstiger und belastet das WLAN nicht.
Ein Tipp aus der Praxis: Erst die Verdächtigen messen. Kühlschrank, Gefriertruhe, Server, Aquarium, Trockner. Nach zwei Wochen weiß man, wo der Grundverbrauch herkommt, und kann die Stecker weiterziehen.
Was wofür
- Nur wissen, was das Haus zieht: IR-Lesekopf, 30 Euro, in einer halben Stunde erledigt
- Photovoltaik, Speicher oder Wallbox: Shelly Pro 3EM im Verteiler
- Stromfressern auf der Spur: ein paar Messsteckdosen zum Durchprobieren
Die Kombination aus Lesekopf und zwei bis drei Steckdosen deckt den Bedarf der meisten Haushalte ab und kostet zusammen keine 100 Euro.
Fazit
Der IR-Lesekopf ist der beste Einstieg, weil er ohne Eingriff in die Elektrik auskommt und die amtlichen Werte liefert. Die PIN beim Netzbetreiber sollte man gleich mit anfordern, sonst wartet man später darauf.
Alles Weitere ergibt sich aus dem, was man vorhat. Ohne PV-Anlage braucht niemand eine phasengenaue Messung im Verteiler.
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