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IKEA Home smart – Das komplette System erklärt

IKEA hat sein Smart-Home-System 2026 vollständig umgebaut. Wer die letzten Jahre nicht verfolgt hat, findet im Laden Produktnamen, Protokolle und einen Hub vor, die mit dem alten Trådfri-System nur noch teilweise zu tun haben. Dieser Artikel sortiert das Ganze.

Die vier Bausteine

Das System besteht aus vier Teilen, und wer sie auseinanderhält, versteht auch die Kaufentscheidungen dahinter.

Die Geräte. Lampen, Steckdosen, Sensoren, Fernbedienungen, Rollos und Luftreiniger. Sie funken je nach Baujahr über Zigbee oder über Thread.

Der Hub. Der DIRIGERA ist die Zentrale, die Geräte verbindet, Automatisierungen ausführt und die Verbindung nach außen herstellt. Er kostet ca. 70,00 Euro.

Die App. IKEA Home smart ist die Steuerung fürs Handy, in der Räume angelegt, Szenen gebaut und Zeitpläne gesetzt werden.

Die Anbindung nach außen. Über Matter lassen sich die Geräte auch in Apple Home, Google Home, Alexa, SmartThings oder Home Assistant nutzen.

Zwei Gerätewelten, ein System

Der wichtigste Punkt zum Verständnis: Bei IKEA laufen derzeit zwei Funktechniken nebeneinander.

Zigbee ist die alte Welt. Alles, was zwischen 2017 und 2025 unter dem Namen Trådfri und später ohne Namenszusatz verkauft wurde, funkt über Zigbee. Diese Geräte brauchen einen Hub, entweder den DIRIGERA oder eine fremde Zigbee-Zentrale.

Thread ist die neue Welt. Die seit 2026 verkauften Geräte arbeiten mit Matter over Thread. Sie brauchen keinen IKEA-Hub, sondern einen beliebigen Thread Border Router und einen Matter-Controller.

Beide Welten funken übrigens im selben Frequenzband und auf derselben Funkgrundlage. Der Unterschied liegt in den Schichten darüber.

Was 2026 neu dazugekommen ist

Ende 2025 kündigte IKEA 21 neue Produkte an, die seit Anfang 2026 in Wellen in den Handel kommen. Alle sprechen Matter über Thread.

Beleuchtung: Elf Varianten der Reihe KAJPLATS mit den Fassungen E27, E14 und GU10, wahlweise mit Weißspektrum oder mit Farbe.

Sensoren: MYGGSPRAY für Bewegung, MYGGBETT für Türen und Fenster, TIMMERFLOTTE für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, KLIPPBOK als Wassermelder und ALPSTUGA für die Luftqualität mit CO2, Feinstaub, Temperatur und Feuchte.

Bedienung: Die Fernbedienungen BILRESA mit zwei Tasten oder mit Scrollrad sowie die Zwischensteckdose GRILLPLATS.

Die Preise liegen niedriger, als man es von Matter-Geräten kennt. Eine Lampe beginnt bei 6,99 Euro, eine Fernbedienung bei 4,99 Euro, die Steckdose kostet 8,99 Euro. Die meisten Sensoren stehen bei 7,99 Euro, der Wassermelder bei 6,99 Euro. Nur der Luftqualitätssensor fällt mit 29,99 Euro aus dem Rahmen, was angesichts der verbauten Messtechnik nachvollziehbar ist.

Bemerkenswert daran: IKEA hat die Preise nach dem Marktstart dauerhaft gesenkt statt erhöht.

Was der DIRIGERA heute leistet

Der Hub hat sich vom reinen Zigbee-Gateway zu einem Gerät mit drei Aufgaben entwickelt.

Damit ersetzt ein Gerät für 74,99 Euro, was sonst zwei oder drei Anschaffungen erfordert. Pflicht ist er trotzdem nicht, dazu gleich mehr.

Die App

IKEA Home smart deckt die Grundfunktionen ab. Geräte lassen sich Räumen zuordnen, Szenen zusammenstellen und Zeitpläne einrichten. Auslöser wie Bewegung, Sonnenauf- und -untergang oder ein Tastendruck sind vorhanden.

Wo die App an ihre Grenzen stößt, sind verschachtelte Bedingungen. Wer Automatisierungen mit mehreren Voraussetzungen bauen will, greift besser zu Home Assistant oder einem anderen System und nutzt die IKEA-Geräte dort.

Ein Konto bei IKEA wird für den Betrieb des Hubs benötigt. Die Steuerung selbst läuft lokal, das Netz muss also nicht dauerhaft am Internet hängen.

Wie IKEA sich zu den großen Systemen verhält

Hier liegt die eigentliche Neuerung der letzten zwei Jahre. Früher war IKEA ein geschlossener Kreis mit einer Brücke nach draußen. Heute ist es ein Baukasten, aus dem man sich bedienen kann, ohne sich zu binden.

Die neuen Thread-Geräte lassen sich direkt in fremde Systeme einbinden. Die alten Zigbee-Geräte kommen über den DIRIGERA als Matter-Brücke dorthin oder werden gleich an einem eigenen Zigbee-Koordinator betrieben.

Für Home Assistant heißt das konkret: Trådfri-Lampen laufen über ZHA oder Zigbee2MQTT direkt und ohne Hub. Die neuen Geräte kommen über die Matter-Integration herein, sofern ein Thread Border Router vorhanden ist.

Wo das System steht

Nach dem Umbau ist IKEA Home smart ein System, das drei Dinge gut kann und eines nicht.

Es liefert günstige Hardware in großer Stückzahl, es bindet sich an keinen Anbieter mehr, und es ist überall verfügbar, wo ein Einrichtungshaus steht. Was es nicht liefert, sind Feinheiten. Lichteffekte, Kalibrierläufe oder tiefe Einstellmöglichkeiten sind Sache anderer Hersteller.

Für die meisten Haushalte ist genau das die richtige Verteilung. Eine Lampe soll an- und ausgehen und die Helligkeit halten, mehr wird von ihr selten verlangt.

Fazit

Das IKEA-System von 2026 ist ein anderes als das von 2022. Aus einem günstigen, aber abgeschlossenen Kreis ist eine Quelle für preiswerte Matter-Hardware geworden, die in jedem System läuft.

Wer neu anfängt, greift zu den neuen Thread-Geräten und braucht dafür lediglich irgendeinen Matter-Controller mit Border Router. Wer bereits Trådfri-Geräte besitzt, behält sie und bindet sie entweder über den DIRIGERA oder über einen eigenen Zigbee-Koordinator ein.

Der Umbau ist damit gelungen, auch wenn er die nächsten Jahre zwei Gerätewelten nebeneinander bedeutet.


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