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ESP32 mmWave-Präsenzsensor mit ESPHome bauen: LD2410 in Home Assistant einbinden

Ein klassischer Bewegungsmelder funktioniert gut, solange sich jemand deutlich bewegt. Sitzt man dagegen ruhig am Schreibtisch oder auf dem Sofa, sieht das schnell anders aus: Der Bewegungsmelder meldet plötzlich „niemand da“ und kurz darauf geht das Licht aus.

Genau hier wird ein mmWave-Präsenzsensor interessant. Der günstige Hi-Link LD2410 arbeitet mit Radar und kann auch sehr kleine Bewegungen erkennen. Zusammen mit einem ESP32 und ESPHome lässt sich daraus für wenig Geld ein eigener Präsenzsensor bauen, der seine Werte direkt an Home Assistant überträgt.

In diesem Projekt verbinden wir einen LD2410 per UART mit einem ESP32. Home Assistant bekommt anschließend nicht nur einen einfachen Belegt/Frei-Status, sondern zusätzlich Informationen über bewegte und ruhende Ziele, Entfernung und Signalstärke.

Wenn du ESPHome bisher noch nicht eingerichtet hast, empfehle ich zuerst meine Anleitung ESPHome mit Home Assistant verbinden. Dort findest du den kompletten Weg vom leeren ESP32 bis zum Gerät in Home Assistant.

Warum mmWave statt eines normalen Bewegungsmelders?

Ein klassischer PIR-Bewegungsmelder reagiert auf Veränderungen der Wärmestrahlung in seinem Erfassungsbereich. Das funktioniert beim Betreten eines Raums hervorragend.

Das Problem entsteht, wenn eine Person anschließend kaum noch Bewegung macht.

Typische Situationen sind:

Ein mmWave-Sensor arbeitet mit hochfrequenten Radarwellen. Dadurch kann er deutlich kleinere Bewegungen erkennen. Schon leichte Körperbewegungen oder die Bewegung beim Atmen können je nach Positionierung und Einstellung ausreichen, damit der Raum weiterhin als belegt gilt.

Damit eignet sich der LD2410 sehr gut für Automationen, bei denen das Licht nicht plötzlich ausgehen soll, nur weil jemand gerade still sitzt.

Was ist der LD2410?

Der LD2410 ist ein kompakter 24-GHz-mmWave-Radarsensor von Hi-Link. Er unterscheidet zwischen bewegten und weitgehend ruhenden Zielen und stellt die Ergebnisse über eine serielle Schnittstelle bereit.

Für ESPHome ist er besonders interessant, weil die Unterstützung bereits eingebaut ist. Wir müssen das Kommunikationsprotokoll also nicht selbst programmieren.

ESPHome unterstützt derzeit unter anderem:

Die Varianten unterscheiden sich unter anderem bei Bauform und Ausstattung. Für unser Projekt ist vor allem wichtig, dass die serielle LD2410-Schnittstelle unterstützt wird.

Welche Werte bekommen wir in Home Assistant?

Der LD2410 kann deutlich mehr liefern als nur „Person erkannt“.

Für eine normale Lichtautomation reicht meistens der einfache Präsenzstatus. Die zusätzlichen Werte werden interessant, wenn wir den Sensor fein einstellen oder beispielsweise unterschiedliche Bereiche eines Raums auswerten möchten.

Diese Bauteile brauchen wir

Wer noch keine ESP32-Bauteile zu Hause hat, findet in meiner ESP32-Starterset-Kaufberatung passende Sets mit Breadboard und Jumper-Kabeln.

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LD2410 mit dem ESP32 verbinden

Der LD2410 kommuniziert über UART mit dem ESP32. Dafür benötigen wir neben der Stromversorgung zwei Datenleitungen.

Ein möglicher Aufbau mit einem klassischen ESP32 DevKit sieht beispielsweise so aus:

LD2410ESP32
VCC5V / VIN
GNDGND
TXGPIO16 (RX)
RXGPIO17 (TX)

Wichtig ist die gekreuzte UART-Verbindung: Der TX-Ausgang des Sensors geht an den RX-Pin des ESP32. RX des Sensors geht entsprechend an TX des ESP32.

Die genaue Spannungsversorgung solltest du trotzdem noch einmal mit der Beschriftung beziehungsweise Dokumentation deines konkreten LD2410-Moduls abgleichen. Gerade bei Breakout-Platinen können sich Anschlüsse unterscheiden.

Warum GPIO16 und GPIO17?

Für den LD2410 würde ich möglichst einen Hardware-UART des ESP32 verwenden.

Der Sensor arbeitet ab Werk mit einer vergleichsweise hohen Baudrate von 256000 Baud. ESPHome empfiehlt deshalb ausdrücklich Hardware-UART-Pins.

GPIO16 und GPIO17 sind bei vielen klassischen ESP32-DevKit-Boards eine praktische Wahl.

Bei anderen ESP32-Varianten können geeignete Pins abweichen. Prüfe deshalb das Pinout deines Boards, wenn du beispielsweise einen ESP32-C3 oder ESP32-S3 verwendest.

ESPHome auf dem ESP32 vorbereiten

Im ESPHome Device Builder legen wir zunächst wie gewohnt ein neues Gerät an.

Falls du diesen Schritt noch nie gemacht hast, findest du die komplette Einrichtung unter ESPHome mit Home Assistant verbinden.

ESPHome erzeugt dabei bereits die grundlegende Konfiguration für:

Danach müssen wir nur noch die UART-Schnittstelle und den LD2410 ergänzen.

Grundkonfiguration für UART und LD2410

uart:
  id: uart_ld2410
  tx_pin: GPIO17
  rx_pin: GPIO16
  baud_rate: 256000
  parity: NONE
  stop_bits: 1

ld2410:
  uart_id: uart_ld2410

Damit kann ESPHome bereits mit dem Sensor kommunizieren.

Interessanter wird es, wenn wir die einzelnen Messwerte als Entitäten bereitstellen.

Präsenz, Bewegung und ruhende Personen erfassen

Für Home Assistant sind vor allem die binären Sensoren interessant.

binary_sensor:
  - platform: ld2410
    has_target:
      name: "Präsenz"
    has_moving_target:
      name: "Bewegtes Ziel"
    has_still_target:
      name: "Ruhendes Ziel"

Nach der Einbindung bekommen wir damit drei Entitäten.

Für eine Raumbelegung würde ich normalerweise den allgemeinen Präsenzsensor verwenden.

Entfernung in Home Assistant anzeigen

Zusätzlich können wir die vom LD2410 ermittelten Entfernungen bereitstellen.

sensor:
  - platform: ld2410
    moving_distance:
      name: "Bewegtes Ziel Entfernung"
    still_distance:
      name: "Ruhendes Ziel Entfernung"
    detection_distance:
      name: "Präsenz Entfernung"
    moving_energy:
      name: "Bewegtes Ziel Energie"
    still_energy:
      name: "Ruhendes Ziel Energie"

Diese Werte brauche ich im täglichen Dashboard nicht unbedingt. Bei der Einrichtung sind sie allerdings sehr hilfreich.

Damit lässt sich beispielsweise erkennen, ob der Sensor ständig Bewegungen in fünf Metern Entfernung registriert, obwohl wir eigentlich nur den Schreibtisch in zwei Metern Entfernung überwachen möchten.

Komplette einfache ESPHome-Konfiguration

Der relevante Teil unserer Konfiguration kann damit so aussehen:

uart:
  id: uart_ld2410
  tx_pin: GPIO17
  rx_pin: GPIO16
  baud_rate: 256000
  parity: NONE
  stop_bits: 1

ld2410:
  uart_id: uart_ld2410

binary_sensor:
  - platform: ld2410
    has_target:
      name: "Präsenz Wohnzimmer"
    has_moving_target:
      name: "Bewegung Wohnzimmer"
    has_still_target:
      name: "Ruhende Präsenz Wohnzimmer"

sensor:
  - platform: ld2410
    moving_distance:
      name: "Bewegtes Ziel Entfernung"
    still_distance:
      name: "Ruhendes Ziel Entfernung"
    detection_distance:
      name: "Präsenz Entfernung"
    moving_energy:
      name: "Bewegtes Ziel Energie"
    still_energy:
      name: "Ruhendes Ziel Energie"

WLAN, API, OTA und der eigentliche ESP32-Block bleiben zusätzlich in deiner bestehenden ESPHome-Konfiguration erhalten.

ESP32 flashen und Log prüfen

Beim ersten Aufbau würde ich den ESP32 per USB flashen und den Sensor noch auf dem Breadboard lassen.

Danach öffnest du das ESPHome-Log.

Wenn alles richtig verkabelt ist, sollte ESPHome den LD2410 erkennen und regelmäßig Werte empfangen.

Falls keine Daten erscheinen, würde ich zuerst folgende Punkte kontrollieren:

UART ist grundsätzlich unkompliziert, aber TX und RX sorgen beim ersten Aufbau erstaunlich häufig für Verwirrung.

Gerät mit Home Assistant verbinden

Sobald der ESP32 im WLAN ist und die ESPHome-API läuft, sollte Home Assistant das Gerät automatisch entdecken.

Öffne:

Einstellungen → Geräte & Dienste

Dort kannst du das ESPHome-Gerät hinzufügen.

Anschließend erscheinen die konfigurierten LD2410-Werte als normale Home-Assistant-Entitäten.

Wie dieser Teil grundsätzlich funktioniert, erkläre ich Schritt für Schritt in ESPHome mit Home Assistant verbinden.

Erster Test: Still am Schreibtisch sitzen

Der interessanteste Test ist nicht, vor dem Sensor herumzulaufen.

Setz dich an den späteren Platz und bleib dort für einige Minuten möglichst ruhig sitzen.

Ein klassischer Bewegungsmelder würde irgendwann keine Bewegung mehr melden. Der LD2410 sollte weiterhin die Präsenz erkennen.

Genau daran sieht man den eigentlichen Vorteil eines mmWave-Präsenzsensors.

Empfindlichkeit des LD2410 einstellen

Die Werkseinstellungen funktionieren für einen ersten Test meist schon recht gut. Für einen zuverlässigen Betrieb würde ich den Sensor anschließend aber auf den Raum abstimmen.

Der LD2410 unterteilt seinen Erfassungsbereich in sogenannte Gates. Vereinfacht gesagt sind das unterschiedliche Entfernungsbereiche vor dem Sensor.

Für jeden Bereich lässt sich festlegen, wie empfindlich bewegte und ruhende Ziele erkannt werden sollen.

Das ist wichtig, weil mmWave-Sensoren teilweise auch Dinge erkennen, die wir gar nicht erfassen möchten.

Typisches Problem: Sensor erkennt Bewegung durch eine Wand

Radarwellen verhalten sich anders als die Infrarotstrahlung eines PIR-Sensors.

Je nach Material kann der LD2410 Bewegungen hinter dünnen Wänden, Türen oder Möbeln registrieren.

Ein typisches Beispiel wäre ein Präsenzsensor im Arbeitszimmer, der plötzlich eine Person im Flur erkennt.

In diesem Fall hilft nicht unbedingt ein anderer Montageort. Oft reicht es, die maximale Entfernung und die Empfindlichkeit der hinteren Gates zu reduzieren.

Erfassungsbereich begrenzen

Wenn dein Schreibtisch beispielsweise maximal drei Meter vom Sensor entfernt ist, braucht der LD2410 nicht unbedingt Bewegungen in sechs Metern Entfernung auszuwerten.

ESPHome kann verschiedene Einstellmöglichkeiten des LD2410 direkt als Entitäten bereitstellen.

Dadurch lassen sich Werte später sogar aus Home Assistant heraus anpassen, ohne jedes Mal die Firmware neu zu flashen.

Konfigurationswerte in Home Assistant bereitstellen

Dazu können wir zusätzliche Number-Entitäten anlegen.

number:
  - platform: ld2410
    timeout:
      name: "Präsenz Nachlaufzeit"

    max_move_distance_gate:
      name: "Maximale Entfernung Bewegung"

    max_still_distance_gate:
      name: "Maximale Entfernung Ruhe"

Damit lässt sich die Grundeinstellung bequem über Home Assistant verändern.

Ich würde die Werte allerdings nicht ständig verändern. Wenn ein Sensor einmal gut auf den Raum eingestellt ist, lasse ich ihn normalerweise so.

Nachlaufzeit einstellen

Ein wichtiger Wert ist das Timeout beziehungsweise die Nachlaufzeit.

Der Sensor meldet nicht sofort „frei“, sobald kurz kein Ziel mehr erkannt wird. Das verhindert, dass der Belegungsstatus bei kleinen Erkennungslücken ständig hin und her springt.

Für ein Arbeitszimmer würde ich zunächst mit einer moderaten Nachlaufzeit testen und anschließend beobachten, wie stabil die Erkennung funktioniert.

Bei einer Lichtautomation kann zusätzlich Home Assistant noch eine eigene Verzögerung verwenden.

Präsenzsensor für eine Lichtautomation verwenden

Jetzt wird der Selbstbau im Alltag interessant.

Wir können das Licht einschalten, sobald Präsenz erkannt wird, und wieder ausschalten, wenn der Raum tatsächlich eine gewisse Zeit leer ist.

Eine einfache Automation könnte so aussehen:

alias: Wohnzimmer Licht bei Präsenz

triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - binary_sensor.prasenz_wohnzimmer
    to: "on"

conditions:
  - condition: sun
    after: sunset

actions:
  - action: light.turn_on
    target:
      entity_id: light.wohnzimmer

mode: restart

Für das Ausschalten würde ich eine zweite Automation verwenden.

alias: Wohnzimmer Licht bei Abwesenheit aus

triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - binary_sensor.prasenz_wohnzimmer
    to: "off"
    for:
      minutes: 2

actions:
  - action: light.turn_off
    target:
      entity_id: light.wohnzimmer

mode: restart

Damit bleibt das Licht noch zwei Minuten an, nachdem keine Präsenz mehr erkannt wurde.

Wenn du mit Automationen noch wenig gearbeitet hast, findest du den Aufbau ausführlicher unter Home Assistant Automationen erstellen: Anleitung für Anfänger.

PIR und mmWave kombinieren

Eine besonders interessante Lösung ist die Kombination aus klassischem PIR-Bewegungsmelder und mmWave-Sensor.

Der PIR-Sensor reagiert sehr schnell, wenn jemand den Raum betritt. Der LD2410 übernimmt anschließend die zuverlässige Anwesenheitserkennung.

Das Prinzip könnte so aussehen:

Gerade in Arbeitszimmer, Wohnzimmer oder Küche finde ich diese Kombination sehr überzeugend.

Warum nicht nur den LD2410 verwenden?

Das ist natürlich ebenfalls möglich.

Ein mmWave-Sensor kann Bewegung und Präsenz alleine erkennen. Ein zusätzlicher PIR ist also keine Pflicht.

Der PIR hat aber zwei praktische Vorteile: Er reagiert auf deutliche Bewegung sehr zuverlässig und erzeugt weniger Fehlalarme durch Bewegungen außerhalb des eigentlichen Raums.

Wer zunächst günstig anfangen möchte, kann trotzdem problemlos nur mit ESP32 und LD2410 starten.

Der richtige Montageort

Bei mmWave ist der Montageort mindestens so wichtig wie die Konfiguration.

Ich würde den Sensor nicht einfach irgendwo an die Wand kleben und erwarten, dass die Werkseinstellungen perfekt funktionieren.

Für einen Schreibtischplatz bietet sich beispielsweise eine Position an, bei der der Sensor den Sitzbereich direkt erfassen kann.

Vermeiden würde ich nach Möglichkeit:

Am besten testest du verschiedene Positionen noch auf dem Breadboard, bevor du ein Gehäuse montierst.

Kann der LD2410 durch ein Gehäuse messen?

Das ist einer der Vorteile von Radar. Ein dünnes Kunststoffgehäuse ist normalerweise kein grundsätzliches Problem.

Dadurch kann der Sensor komplett hinter einer Kunststofffront verschwinden. Das Ergebnis sieht deutlich sauberer aus als ein klassischer PIR-Sensor mit sichtbarer Fresnel-Linse.

Metall direkt vor dem Radarsensor würde ich dagegen vermeiden.

ESP32 und LD2410 in ein Gehäuse bauen

Wenn alles einige Tage zuverlässig läuft, kann der Breadboard-Aufbau in ein Gehäuse umziehen.

Dafür eignen sich kleine Elektronikgehäuse oder ein selbst gedrucktes 3D-Gehäuse.

Ich würde dabei ein paar Punkte beachten:

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Optional: Statusdisplay ergänzen

Für den späteren Betrieb braucht der Präsenzsensor eigentlich kein Display.

Für die Einrichtung könnte eine kleine Anzeige trotzdem interessant sein. Dort ließen sich beispielsweise darstellen:

Welche Displays sich mit einem ESP32 eignen, habe ich im Artikel ESP32 Display mit ESPHome: OLED, TFT und E-Paper im Vergleich zusammengestellt.

Präsenz als Push-Nachricht verwenden

Präsenzsensoren eignen sich nicht nur zur Lichtsteuerung.

Home Assistant könnte beispielsweise während deiner Abwesenheit eine Nachricht schicken, wenn unerwartet Präsenz erkannt wird.

alias: Unerwartete Präsenz erkannt

triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - binary_sensor.prasenz_wohnzimmer
    to: "on"

conditions:
  - condition: state
    entity_id: person.matthias
    state: "not_home"

actions:
  - action: notify.mobile_app_mein_handy
    data:
      title: "Präsenz erkannt"
      message: "Im Wohnzimmer wurde Präsenz erkannt."

mode: single

Für eine Alarmanlage würde ich mich allerdings nicht allein auf einen einzelnen mmWave-Sensor verlassen. Als zusätzliche Information kann die Präsenzmeldung trotzdem interessant sein.

Wie die Push-Nachrichten eingerichtet werden, zeige ich unter Home Assistant Benachrichtigung aufs Handy: Push-Nachrichten richtig einrichten.

Fehlalarme durch Vorhänge und Ventilatoren

Ein mmWave-Präsenzsensor ist empfindlich. Genau das ist seine große Stärke und gleichzeitig die häufigste Ursache für Fehlalarme.

Ein Ventilator kann beispielsweise dauerhaft Bewegung erzeugen. Gleiches gilt für Vorhänge vor einem geöffneten Fenster.

Wenn Home Assistant ständig Präsenz anzeigt, obwohl niemand im Raum ist, würde ich deshalb zuerst die Umgebung prüfen.

Danach kannst du Empfindlichkeit und Reichweite reduzieren.

Sensor bleibt dauerhaft auf „belegt“

Wenn der LD2410 nie wieder auf frei wechselt, kommen mehrere Ursachen infrage.

Ich würde dann zuerst die Entfernungswerte beobachten. Zeigt der Sensor beispielsweise ständig ein ruhendes Ziel in fünf Metern Entfernung, obwohl der eigentliche Raum nur drei Meter tief ist, kann die maximale Reichweite entsprechend reduziert werden.

Sensor erkennt eine sitzende Person nicht zuverlässig

Auch das kann vorkommen.

In diesem Fall würde ich den Sensor zunächst anders ausrichten und die Empfindlichkeit für ruhende Ziele prüfen.

Bei mmWave macht bereits die Position einen deutlichen Unterschied. Ein Sensor, der ungünstig seitlich auf den Sitzplatz schaut, kann schlechter funktionieren als ein Gerät mit direkter Sicht auf den Körper.

ESPHome-Gerät ist plötzlich nicht erreichbar

Der LD2410 kann perfekt funktionieren und trotzdem erscheint der komplette Sensor in Home Assistant als nicht verfügbar, wenn der ESP32 seine WLAN-Verbindung verliert.

Dann würde ich Stromversorgung, WLAN und ESPHome-Verbindung getrennt vom Radar untersuchen.

Eine allgemeine Fehlersuche findest du in Home Assistant erkennt Gerät als nicht verfügbar: Ursachen und Lösungen.

LD2410B über Bluetooth konfigurieren?

Varianten wie der LD2410B bringen zusätzlich Bluetooth mit. Damit lassen sich Einstellungen beispielsweise bei der Inbetriebnahme komfortabel verändern.

Für die dauerhafte Home-Assistant-Anbindung würde ich trotzdem UART und ESPHome verwenden.

Damit hängen wir nicht von einer Bluetooth-Verbindung ab und bekommen die gewünschten Entitäten direkt über die ESPHome-API.

Kann der ESP32 zusätzlich Bluetooth Proxy sein?

Technisch kann ein ESP32 mehrere Aufgaben übernehmen. Trotzdem würde ich den Präsenzsensor zunächst möglichst einfach halten.

Wenn du in einem Raum sowieso Bluetooth-Empfang brauchst, kann ein zusätzlicher Bluetooth Proxy sinnvoll sein. Für einen wichtigen Präsenzsensor bevorzuge ich allerdings eine möglichst übersichtliche Konfiguration.

Wie ein eigener Proxy funktioniert, findest du unter ESP32 Bluetooth Proxy für Home Assistant einrichten.

LD2410 oder fertigen Präsenzsensor kaufen?

Ein fertiger Präsenzsensor ist natürlich schneller eingerichtet. Das DIY-Projekt hat dafür andere Vorteile.

ESP32 + LD2410Fertiger Präsenzsensor
günstigmeist teurer
sehr flexibelsofort einsatzbereit
lokal über ESPHomeabhängig vom jeweiligen System
viele Rohwerte verfügbaroft vereinfachte Oberfläche
Eigenbau nötigfertiges Gehäuse
leicht erweiterbarkaum Bastelaufwand

Für mich liegt der Reiz des LD2410 vor allem darin, dass man für wenig Geld einen sehr leistungsfähigen Sensor bekommt und selbst bestimmen kann, welche Daten in Home Assistant landen.

Weitere Sensoren am gleichen ESP32 ergänzen

Da der ESP32 ohnehin im Raum hängt, kann man später weitere Sensoren ergänzen.

Damit wird aus dem Präsenzsensor schnell eine kleine Raumstation.

Ein deutlich umfangreicheres Beispiel findest du in meinem Artikel ESP32 Luftqualitätsmesser mit ESPHome: CO₂, Feinstaub und VOC in Home Assistant.

Stromversorgung: Batterie ergibt wenig Sinn

Für dieses Projekt würde ich eine dauerhafte USB-Stromversorgung einplanen.

Der Radarsensor soll permanent erkennen können, ob jemand im Raum ist. Gleichzeitig benötigt der ESP32 eine dauerhafte WLAN-Verbindung.

Deep Sleep und Batteriebetrieb passen deshalb schlecht zu dieser Anwendung.

Genau hier unterscheidet sich das Projekt von einfachen Tür- oder Temperatursensoren. Für stromsparende batteriebetriebene ESPHome-Geräte habe ich inzwischen auch einen Blick auf ESPHome auf nRF52 als Alternative zum ESP32 geworfen.

Was kostet der Eigenbau?

Die Kosten bleiben überschaubar.

Ein ESP32 kostet nur wenige Euro. Auch LD2410-Module werden inzwischen günstig angeboten. Wenn Breadboard, Jumper-Kabel und USB-Netzteil bereits vorhanden sind, besteht der eigentliche Sensor damit nur aus zwei wesentlichen Bauteilen.

Genau deshalb finde ich das Projekt auch als Einstieg in ESPHome interessant. Man bekommt mit relativ wenig Hardware ein Ergebnis, das im Smart Home tatsächlich einen Unterschied macht.

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Meine Empfehlung für den ersten Aufbau

Ich würde das Projekt zunächst bewusst einfach halten.

  1. ESP32 im ESPHome Device Builder anlegen.
  2. LD2410 über UART anschließen.
  3. Präsenz-, Bewegungs- und Entfernungssensoren einrichten.
  4. Alles einige Tage auf dem Breadboard testen.
  5. Empfindlichkeit und Reichweite auf den Raum abstimmen.
  6. Erst anschließend ein Gehäuse bauen.

Auf zusätzliche Displays, LEDs und weitere Sensoren würde ich am Anfang verzichten.

Wenn die Präsenzmessung zuverlässig funktioniert, lässt sich der Aufbau später jederzeit erweitern.

Häufige Fragen zum LD2410 mit ESPHome

Kann der LD2410 eine still sitzende Person erkennen?

Ja. Genau darin liegt einer der wichtigsten Vorteile gegenüber klassischen PIR-Bewegungsmeldern. Der mmWave-Sensor kann auch sehr kleine Bewegungen erkennen und eignet sich damit beispielsweise für Schreibtisch oder Sofa.

Brauche ich für den LD2410 Bluetooth?

Nein. Für ESPHome wird der Sensor direkt über UART mit dem ESP32 verbunden. Bluetooth ist bei einigen Varianten lediglich eine zusätzliche Möglichkeit zur Konfiguration.

Welche Baudrate verwendet der LD2410?

Ab Werk arbeitet der LD2410 mit 256000 Baud. ESPHome empfiehlt deshalb, nach Möglichkeit einen Hardware-UART des ESP32 zu verwenden.

Warum erkennt mein LD2410 Personen im Nebenraum?

Radar kann abhängig vom Material dünne Wände oder Türen teilweise durchdringen. Reduziere in diesem Fall Reichweite und Empfindlichkeit oder ändere den Montageort.

Kann der LD2410 hinter Kunststoff montiert werden?

Ein dünnes Kunststoffgehäuse ist für Radar normalerweise gut geeignet. Metall direkt vor dem Sensormodul sollte vermieden werden.

Kann ich das Licht direkt über den Präsenzsensor steuern?

Ja. Der Präsenzstatus erscheint in Home Assistant als normale Entität und kann als Auslöser für Automationen verwendet werden.

Ist ein PIR-Sensor zusätzlich notwendig?

Nein. Der LD2410 kann alleine verwendet werden. Die Kombination aus PIR und mmWave kann trotzdem interessant sein, weil der PIR sehr schnell auf das Betreten eines Raums reagiert und mmWave anschließend die dauerhafte Anwesenheit erkennt.

Fazit

Der LD2410 ist für mich eines der interessantesten Sensor-Module für ESPHome. Für wenig Geld lässt sich damit ein Präsenzsensor bauen, der deutlich mehr erkennt als ein klassischer Bewegungsmelder.

Gerade in Räumen, in denen Menschen längere Zeit still sitzen, spielt mmWave seine Stärke aus. Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Schlafzimmer sind dafür typische Beispiele.

Die technische Umsetzung bleibt überschaubar. Vier Verbindungen zwischen ESP32 und LD2410 reichen aus. ESPHome übernimmt die serielle Kommunikation und stellt Präsenz, Bewegung, Entfernung und weitere Werte direkt für Home Assistant bereit.

Der wichtigste Teil kommt danach: Der Sensor muss auf den Raum abgestimmt werden. Zu hohe Empfindlichkeit oder eine unnötig große Reichweite führen schnell dazu, dass Bewegungen hinter Türen oder Wänden erkannt werden.

Wenn Reichweite und Montageort passen, bekommt man mit ESP32 und LD2410 einen sehr flexiblen Präsenzsensor, der sich hervorragend für Lichtautomationen und echte Raumbelegung eignet.

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