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Home Assistant Stromausfall erkennen: So bekommst du eine Meldung, wenn Geräte oder Bereiche offline gehen

Ein Gerät verschwindet plötzlich aus Home Assistant. Kurz danach ist die nächste Steckdose nicht mehr erreichbar und auch der Sensor im selben Raum liefert keine Werte mehr. Ist das WLAN ausgefallen, hängt das Zigbee-Netz oder ist tatsächlich in einem Bereich der Strom weg?

Home Assistant eignet sich erstaunlich gut, um solche Ausfälle früh zu erkennen. Dabei muss es gar nicht immer um einen kompletten Stromausfall im Haus gehen. Auch ein ausgefallener Stromkreis, ein defektes Netzteil oder ein abgestürzter Access Point lässt sich über Geräte erkennen, die plötzlich nicht mehr erreichbar sind.

In diesem Artikel zeige ich verschiedene Möglichkeiten, wie du Geräte überwachen und dir bei einem Ausfall automatisch eine Meldung aufs Smartphone schicken kannst.

Was bedeutet „unavailable“ in Home Assistant?

Home Assistant kennt für Entitäten zwei Zustände, die bei der Fehlersuche besonders interessant sind:

Für unsere Überwachung ist vor allem unavailable interessant.

Wichtig ist allerdings: Ein Gerät mit dem Zustand unavailable beweist noch keinen Stromausfall. Das Gerät könnte genauso gut die WLAN-Verbindung verloren haben, der Zigbee-Router könnte ausgefallen sein oder eine Integration hat gerade ein Problem.

Erst wenn mehrere sinnvoll ausgewählte Geräte gleichzeitig verschwinden, wird die Sache interessant.

Die einfachste Lösung: Ein wichtiges Gerät überwachen

Beginnen wir mit einem einzelnen Gerät. Bei mir würde ich dafür beispielsweise eine fest mit Strom versorgte Steckdose, einen ESP32 oder einen Shelly auswählen.

Angenommen, im Keller befindet sich die Entität:

switch.steckdose_keller

In Home Assistant kannst du jetzt unter Einstellungen → Automatisierungen & Szenen eine neue Automatisierung erstellen.

Als Auslöser verwendest du eine Zustandsänderung auf:

unavailable

Ich würde die Meldung allerdings nicht sofort verschicken. Gerade WLAN-, Zigbee- oder Matter-Geräte können für wenige Sekunden nicht erreichbar sein. Eine Verzögerung von zwei bis fünf Minuten verhindert viele unnötige Meldungen.

Beispiel als YAML

alias: Keller Steckdose offline
triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - switch.steckdose_keller
    to: "unavailable"
    for:
      minutes: 3

actions:
  - action: notify.mobile_app_mein_handy
    data:
      title: "Smart Home Warnung"
      message: "Die Steckdose im Keller ist seit mindestens 3 Minuten nicht erreichbar."

mode: single

notify.mobile_app_mein_handy musst du natürlich durch den Benachrichtigungsdienst deines Smartphones ersetzen.

Wer die Home-Assistant-App auf Android oder iOS verwendet und Benachrichtigungen erlaubt hat, kann solche Meldungen direkt als Push-Nachricht verschicken.

Besser: Mehrere Geräte eines Bereichs überwachen

Ein einzelnes Gerät ist für die Erkennung eines Stromausfalls nicht besonders zuverlässig. Viel interessanter wird es, wenn mehrere Geräte am selben Ort gleichzeitig verschwinden.

Ein Beispiel aus dem Keller:

Verschwindet nur die WLAN-Steckdose, würde ich zunächst das Gerät oder die WLAN-Verbindung verdächtigen.

Sind dagegen Shelly, ESP32 und Zigbee-Steckdose nahezu gleichzeitig offline, spricht deutlich mehr für ein Problem mit der Stromversorgung in diesem Bereich.

Mehrere Geräte automatisch prüfen

Das lässt sich auch mit einer Template-Automatisierung lösen. In diesem Beispiel überwachen wir vier Geräte und schlagen Alarm, sobald mindestens drei davon nicht mehr erreichbar sind.

alias: Stromausfall Keller erkennen

triggers:
  - trigger: template
    value_template: >
      {% set geraete = [
        'switch.steckdose_keller',
        'sensor.esp32_keller_temperature',
        'switch.shelly_keller',
        'light.zigbee_keller'
      ] %}
      {{ geraete
         | select('is_state', 'unavailable')
         | list
         | count >= 3 }}
    for:
      minutes: 2

actions:
  - action: notify.mobile_app_mein_handy
    data:
      title: "Möglicher Stromausfall"
      message: "Mehrere Geräte im Keller sind nicht erreichbar. Bitte Stromversorgung prüfen."

mode: single

Genau diese Variante gefällt mir für die Praxis besser. Ein einzelner Aussetzer führt noch nicht zum Alarm. Erst wenn mehrere voneinander unabhängige Geräte verschwinden, wird eine Meldung ausgelöst.

Welche Geräte eignen sich für die Überwachung?

Am besten eignen sich dauerhaft mit Netzstrom versorgte Geräte, die Home Assistant regelmäßig erreichen kann.

Weniger geeignet sind batteriebetriebene Sensoren. Ein Fensterkontakt oder Temperatursensor schläft teilweise längere Zeit und meldet sich nicht ständig. Daraus lässt sich ein Stromausfall nur schwer zuverlässig ableiten.

Falls du sowieso Steckdosen mit Leistungsmessung verwendest, kannst du diese ebenfalls einsetzen. Einige passende Geräte habe ich im Artikel Strom messen mit Home Assistant: Die besten Steckdosen zusammengestellt.

Zigbee-Geräte sind ein Sonderfall

Bei Zigbee muss man etwas genauer hinschauen. Ein ausgefallenes netzbetriebenes Zigbee-Gerät kann gleichzeitig als Router für andere Sensoren gearbeitet haben.

Fällt beispielsweise eine Zigbee-Steckdose aus, können dadurch mehrere dahinterliegende Geräte zeitweise ihre Verbindung verlieren. Dann sieht es in Home Assistant plötzlich nach einem größeren Ausfall aus, obwohl nur ein einzelner Router fehlt.

Wie das Zigbee-Mesh funktioniert und warum solche Ausfälle auftreten können, habe ich ausführlicher im Artikel Zigbee-Reichweite erhöhen: Geräte fallen offline – was hilft? beschrieben.

Wer Zigbee2MQTT einsetzt, findet außerdem hier meine Anleitung: Zigbee2MQTT mit Home Assistant einrichten.

Auch Matter und Thread können Geräte verschwinden lassen

Ähnliches gilt inzwischen für Matter und Thread. Tauchen mehrere Matter-Geräte als nicht erreichbar auf, muss deshalb ebenfalls nicht zwangsläufig der Strom ausgefallen sein.

Seit neueren Home-Assistant-Versionen lässt sich deutlich besser nachvollziehen, wie Matter- und Thread-Geräte angebunden sind. Dazu findest du auf Smarthome-Tricks bereits den Artikel Matter-Netzwerk in Home Assistant anzeigen und Thread-Probleme finden.

Falls du gerade erst mit Matter beginnst, hilft dir außerdem Matter-Geräte mit Home Assistant verbinden weiter.

Die FRITZ!Box als zusätzliche Kontrollinstanz

Eine weitere gute Quelle für die Überwachung ist der Router. Ich habe meine FRITZ!Box beispielsweise sowieso in Home Assistant eingebunden.

Damit lassen sich verschiedene Geräte im Netzwerk überwachen. Ist ein bestimmter Access Point, ESP32 oder ein anderes Netzwerkgerät plötzlich verschwunden, kann das einen weiteren Hinweis auf einen Ausfall liefern.

Wie die Einbindung funktioniert, zeige ich hier: FRITZ!Box mit Home Assistant verbinden.

Kann Home Assistant einen kompletten Stromausfall erkennen?

Hier gibt es einen kleinen Haken: Wenn im gesamten Haus der Strom ausfällt und Home Assistant ebenfalls sofort ausgeht, kann Home Assistant natürlich keine Meldung mehr verschicken.

Für eine echte Stromausfallüberwachung braucht der Home-Assistant-Server deshalb eine unabhängige Stromversorgung.

Die typische Lösung: USV

Eine kleine unterbrechungsfreie Stromversorgung kann Home Assistant bei einem Stromausfall noch einige Minuten oder deutlich länger am Leben halten.

Idealerweise hängen daran:

Fällt jetzt der normale Hausstrom aus, läuft Home Assistant weiter. Gleichzeitig verschwinden zahlreiche Geräte aus dem Netz. Genau diesen Zustand kann Home Assistant erkennen und melden.

Ein sehr guter Stromausfall-Sensor: eine normale Steckdose

Man muss für die Erkennung gar keinen speziellen Sensor kaufen.

Eine normale smarte Steckdose an einem nicht über die USV versorgten Stromkreis reicht häufig schon aus.

Der Aufbau könnte beispielsweise so aussehen:

Fällt der Strom aus, verschwindet diese Steckdose aus Home Assistant. Der Server und die Internetverbindung funktionieren dank USV weiter und können die Push-Nachricht senden.

Damit hat man mit relativ wenig Aufwand einen brauchbaren Stromausfallmelder.

Noch besser: Spannung oder Leistung überwachen

Wer bereits einen Energiezähler oder ein Gerät mit Spannungsmessung in Home Assistant hat, kann noch gezielter arbeiten.

Dann kann beispielsweise eine Automation ausgelöst werden, wenn die gemessene Netzspannung ausfällt oder ein entsprechender Energiesensor keine Werte mehr liefert.

Das ist besonders interessant, wenn ohnehin Shelly-Geräte oder andere Energiezähler in der Verteilung eingesetzt werden.

Passende Geräte und Möglichkeiten findest du auch in meinem Artikel Shelly-Geräte für Home Assistant: Welche lohnen sich?.

Was passiert, wenn auch das Internet ausfällt?

Das ist bei einem Stromausfall der nächste wichtige Punkt. Selbst wenn Home Assistant über eine USV weiterläuft, hilft das wenig, wenn der Internetanschluss gleichzeitig ausfällt.

Ob der Anschluss weiter funktioniert, hängt von der verwendeten Zugangstechnik und der Infrastruktur des Providers ab. Deshalb sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass eine USV am Router auch den Internetzugang garantiert.

Wer eine wirklich zuverlässige Meldung von unterwegs benötigt, braucht zusätzlich einen zweiten Kommunikationsweg. Denkbar wäre beispielsweise ein Router mit Mobilfunk-Fallback.

Meldung verschicken, wenn das Gerät wieder erreichbar ist

Ich würde nicht nur den Ausfall melden. Genauso praktisch ist die Information, dass das Gerät beziehungsweise der Strom wieder da ist.

alias: Keller wieder online

triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - switch.steckdose_keller
    from: "unavailable"

conditions:
  - condition: template
    value_template: "{{ states('switch.steckdose_keller') != 'unavailable' }}"

actions:
  - action: notify.mobile_app_mein_handy
    data:
      title: "Smart Home wieder online"
      message: "Die überwachte Steckdose im Keller ist wieder erreichbar."

mode: single

Damit bekommt man im Idealfall zwei Meldungen:

Gerade wenn man unterwegs ist, ist das deutlich hilfreicher als später nur festzustellen, dass irgendwann etwas ausgefallen war.

Fehlalarme vermeiden

Bei meiner Einrichtung würde ich auf keinen Fall jede kurze Nichterreichbarkeit melden lassen. Sonst nervt die Automation spätestens nach einigen Tagen.

Bewährt haben sich dafür ein paar einfache Regeln:

Ein Blick ins Home-Assistant-Logbuch hilft außerdem, wenn man später nachvollziehen möchte, wann Geräte verschwunden und wieder erreichbar geworden sind.

Meine Empfehlung für die Praxis

Ich würde das Ganze stufenweise aufbauen. Für wichtige Räume oder Bereiche suchst du zunächst zwei oder drei dauerhaft versorgte Geräte aus. Diese lässt du von Home Assistant überwachen und bekommst erst dann eine Meldung, wenn mehrere Geräte für einige Minuten nicht erreichbar sind.

Wenn du auch einen kompletten Stromausfall erkennen möchtest, lohnt sich zusätzlich eine USV für Home Assistant und die wichtigsten Netzwerkkomponenten. Eine normale smarte Steckdose außerhalb der USV-Versorgung kann anschließend als einfacher Stromausfallindikator dienen.

Das Schöne daran: Für den Einstieg braucht man meist keine zusätzliche Hardware. In vielen Smart Homes sind bereits genügend Shellys, Steckdosen, ESP32 oder andere Geräte vorhanden, die man für die Überwachung verwenden kann.

Häufige Fragen

Kann Home Assistant erkennen, ob ein Gerät offline ist?

Ja. Viele Integrationen setzen die zugehörigen Entitäten auf unavailable, wenn das Gerät nicht mehr erreichbar ist. Dieser Zustand kann als Auslöser für eine Automation verwendet werden.

Bedeutet unavailable immer einen Stromausfall?

Nein. Auch ein WLAN-Problem, ein ausgefallener Zigbee-Router, ein Netzwerkproblem oder eine gestörte Integration kann dafür sorgen, dass eine Entität nicht verfügbar ist.

Wie erkenne ich einen Stromausfall zuverlässiger?

Überwache mehrere netzbetriebene Geräte im gleichen Bereich. Fallen mehrere voneinander unabhängige Geräte nahezu gleichzeitig aus, ist ein Problem mit der Stromversorgung wesentlich wahrscheinlicher.

Kann Home Assistant bei einem kompletten Stromausfall noch eine Push-Nachricht schicken?

Nur wenn Home Assistant selbst und der benötigte Netzwerkweg noch funktionieren. Dafür kann eine USV den Server, Router und weitere Netzwerkkomponenten versorgen. Für besonders hohe Ausfallsicherheit kann zusätzlich ein Mobilfunk-Fallback sinnvoll sein.

Fazit

Home Assistant kann mehr als nur Lampen und Heizungen steuern. Mit wenigen Automationen lässt sich das System auch als kleine Ausfallüberwachung nutzen.

Besonders sinnvoll finde ich die Überwachung mehrerer Geräte pro Bereich. Verschwindet ein Gerät, passiert zunächst nichts. Sind plötzlich drei Geräte im Keller offline, bekomme ich eine Meldung und weiß, dass sich ein genauerer Blick lohnt.

Mit einer USV für Home Assistant und das Netzwerk lässt sich daraus sogar eine echte Stromausfallüberwachung aufbauen. Damit bekommt man die Meldung im besten Fall schon aufs Smartphone, bevor man selbst bemerkt, dass zu Hause etwas nicht stimmt.

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