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Homematic IP Stromzähler auslesen: Verbrauch und PV-Einspeisung messen

Wie viel Strom verbraucht das Haus gerade? Wie hoch ist der Verbrauch über den Tag und wie viel Energie speist die eigene Photovoltaikanlage ins Netz ein? Wer Homematic IP verwendet, kann diese Werte direkt in das Smart Home holen. Dafür gibt es inzwischen passende Schnittstellen für moderne Stromzähler und digitale Zwischenzähler.

Besonders interessant ist das für Haushalte mit Balkonkraftwerk oder Photovoltaikanlage. Die gemessenen Werte lassen sich nicht nur anzeigen. Sie können auch als Grundlage für Automationen dienen, etwa um Verbraucher gezielt dann einzuschalten, wenn gerade genügend eigener Solarstrom vorhanden ist.

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Welche Homematic IP Stromzähler-Lösung gibt es?

Bei Homematic IP sollte man zunächst zwischen zwei Produkten unterscheiden. Für den normalen modernen Haushaltsstromzähler ist meistens die Homematic IP Schnittstelle für Smart Meter HmIP-ESI-IEC interessant.

Daneben gibt es die HmIP-ESI-LED Schnittstelle für digitale Stromzähler. Sie eignet sich vor allem für digitale Zwischenzähler, deren LED abhängig vom aktuellen Stromverbrauch Impulse ausgibt.

ModellGeeignet für
HmIP-ESI-IECModerne Stromzähler mit optischer Datenschnittstelle
HmIP-ESI-LEDDigitale Zwischenzähler mit LED-Impulsausgang

HmIP-ESI-IEC: Den normalen Stromzähler auslesen

Für viele Haushalte dürfte der HmIP-ESI-IEC die interessanteste Variante sein. Der mitgelieferte Lesekopf wird direkt auf die optische Schnittstelle eines kompatiblen elektronischen Stromzählers gesetzt.

Die Schnittstelle arbeitet mit modernen Messeinrichtungen, die eine optische Datenschnittstelle nach IEC 62056-21 besitzen. Homematic IP kann darüber Zählerstände und die aktuelle Leistung erfassen.

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Stromverbrauch und PV-Einspeisung messen

Spannend wird der Sensor bei einem Zweirichtungszähler. Solche Zähler findet man heute typischerweise bei Photovoltaikanlagen und Balkonkraftwerken. Sie erfassen sowohl den Strombezug aus dem öffentlichen Netz als auch die eingespeiste Energie.

Der HmIP-ESI-IEC unterstützt laut Homematic IP Bezugs- und Lieferzähler sowie Ein-, Zwei- und Zweitarifzähler. Damit kann man in der Homematic IP App beispielsweise erkennen, ob gerade Strom aus dem Netz bezogen oder überschüssige Energie eingespeist wird.

Genau dieser aktuelle Leistungswert ist für Automationen besonders interessant. Produziert die PV-Anlage beispielsweise mehr Strom als das Haus gerade benötigt, könnte ein zusätzlicher Verbraucher eingeschaltet werden.

Was kann man mit den Messwerten machen?

Nur den aktuellen Stromverbrauch auf dem Smartphone zu sehen, ist bereits praktisch. Richtig interessant wird die Messung allerdings in Verbindung mit anderen Smart-Home-Geräten.

  • aktuellen Hausverbrauch kontrollieren
  • Strombezug aus dem Netz erkennen
  • PV-Überschuss feststellen
  • Stromverbrauch über einen längeren Zeitraum beobachten
  • Verbraucher abhängig von der verfügbaren Leistung schalten
  • ungewöhnlich hohen Grundverbrauch erkennen

Mit einer passenden Homematic IP Schalt-Mess-Steckdose könnte beispielsweise ein Verbraucher eingeschaltet werden, sobald ausreichend überschüssiger Solarstrom zur Verfügung steht.

HmIP-ESI-LED für Zwischenzähler

Die zweite Variante ist der HmIP-ESI-LED. Hier werden keine Daten über eine optische Kommunikationsschnittstelle ausgelesen. Der Sensor erkennt die Blinkimpulse der LED eines digitalen Stromzählers.

Das eignet sich beispielsweise für einen zusätzlichen Stromzähler einer Wärmepumpe, einer Einliegerwohnung, einer Garage oder einer Photovoltaikanlage. Aus den Impulsen berechnet das System Verbrauch und aktuelle Leistung.

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Installation ohne Eingriff in die Elektroanlage

Ein Vorteil der beiden Lösungen ist die vergleichsweise einfache Nachrüstung. Beim HmIP-ESI-IEC sitzt der magnetische Lesekopf außen auf der vorgesehenen Schnittstelle des Stromzählers. Beim ESI-LED wird der Sensor über der Impuls-LED angebracht.

Der Homematic IP Sender selbst wird mit zwei AA-Batterien betrieben. Der Hersteller gibt eine typische Batterielebensdauer von fünf Jahren an.

Am eigentlichen 230-Volt-Anschluss des Stromzählers wird dabei nichts verändert. Der plombierte Bereich des Zählerschranks bleibt unangetastet.

Stromzähler-PIN kann notwendig sein

Ein Punkt wird bei der Einrichtung gerne übersehen. Bei manchen modernen Stromzählern ist die optische Info-Schnittstelle zunächst eingeschränkt oder gesperrt. Dann muss beim zuständigen Messstellen- oder Netzbetreiber eine PIN angefordert werden.

Die PIN wird direkt am Stromzähler eingegeben. Wie das funktioniert, hängt vom jeweiligen Zählermodell ab. Häufig erfolgt die Eingabe über einen optischen Taster auf der Vorderseite.

Vor dem Kauf des HmIP-ESI-IEC würde ich deshalb prüfen, ob der eigene Stromzähler in der Kompatibilitätsliste von Homematic IP aufgeführt ist.

Was wird für Homematic IP benötigt?

Der Stromzähler-Sensor kommuniziert über Homematic IP Funk. Wer bereits Homematic IP verwendet, kann ihn in die vorhandene Installation integrieren.

Für eine klassische Homematic IP Installation kann beispielsweise der aktuelle Access Point 2 verwendet werden. Alternativ nennt Homematic IP unter anderem die CCU3 und unterstützte Partnerlösungen.

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Interessant für Balkonkraftwerke

Auch bei einem Balkonkraftwerk kann der Homematic IP Stromzähler interessant sein. Der Sensor misst nicht direkt die Produktion des Wechselrichters. Stattdessen sieht man am Zweirichtungszähler, was im gesamten Haus passiert.

Produziert das Balkonkraftwerk beispielsweise 600 Watt und das Haus benötigt gerade 400 Watt, bleiben rund 200 Watt Überschuss. Genau solche Situationen lassen sich über die Leistungswerte erkennen.

Damit entsteht eine gute Grundlage für eine einfache Überschusssteuerung. Denkbar wären beispielsweise ein Warmwasserspeicher, eine Ladestation oder andere Verbraucher, die möglichst mit selbst erzeugtem Strom betrieben werden sollen.

Fazit: Homematic IP Stromzähler sinnvoll nutzen

Wer ohnehin Homematic IP einsetzt, bekommt mit den Energieschnittstellen eine unkomplizierte Möglichkeit, den Stromverbrauch in das Smart Home zu holen. Für den normalen modernen Hausstromzähler würde ich zuerst den HmIP-ESI-IEC prüfen. Er kann bei kompatiblen Zweirichtungszählern auch Verbrauch und Einspeisung erfassen.

Der HmIP-ESI-LED ist dagegen eine interessante Lösung für zusätzliche digitale Zwischenzähler. Gerade bei Wärmepumpe, Garage oder separater PV-Messung kann das sehr praktisch sein.

Am meisten bringt die Lösung aus meiner Sicht dann, wenn die Werte anschließend auch für Automationen genutzt werden. Aus einem einfachen Stromzähler wird damit ein Sensor für das komplette Energiemanagement im Smart Home.

Matthias Korte

Hauptberuflich Software-Entwickler und seit einigen Jahren Smart-Home Fan. Angefangen hat alles mit einem RaspberryMatic und einer schaltbaren Steckdose. Mittlerweile habe ich einige Steckdosen, Sensoren, und Thermostate sowie ioBroker zur Visualisierung im Einsatz.

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