IKEA Home Smart

Was ist IKEA Home smart? Einfach erklärt

Für viele Haushalte ist IKEA der Einstieg ins Smart Home. Eine Lampe für ein paar Euro, eine Fernbedienung dazu, fertig. Hinter dem Namen IKEA Home smart steckt allerdings mehr als eine App, und 2026 hat sich daran einiges geändert.

Was IKEA Home smart ist

IKEA Home smart bezeichnet das gesamte Smart-Home-System des Möbelhauses: die Geräte, den Hub und die gleichnamige App zur Steuerung.

Angefangen hat es 2017 mit der Reihe Trådfri, die auf Zigbee setzte und über ein rundes weißes Gateway lief. 2022 kam der Nachfolger Dirigera, ein deutlich leistungsfähigerer Hub, der seither das Herz des Systems ist.

Der Ansatz war von Anfang an derselbe: einfache Geräte zu Preisen, bei denen andere Hersteller nicht mithalten, dafür ohne die Feinheiten spezialisierter Anbieter.

Der Dirigera-Hub

Der Dirigera ist mehr als eine Fernbedienung fürs WLAN. Er erfüllt inzwischen drei Aufgaben.

Er ist Matter-Controller, kann also auch Geräte anderer Hersteller aufnehmen und steuern, solange sie Matter sprechen. Er arbeitet als Matter-Brücke und stellt die alten Zigbee-Geräte von IKEA als Matter-Geräte bereit, sodass sie in Apple Home, Google Home oder Home Assistant auftauchen. Und mit der Firmware von 2026 ist er zusätzlich Thread Border Router, also der Vermittler, den Thread-Geräte im Haus brauchen.

Damit deckt ein einzelnes Gerät für rund 60 Euro ab, wofür man sonst zwei oder drei Anschaffungen braucht.

Der große Umbau 2026

Ende 2025 hat IKEA angekündigt, sein Sortiment vollständig auf Matter umzustellen. Seit Anfang 2026 kommen 21 neue Produkte in den Handel, verteilt über mehrere Wellen.

Beleuchtung: Elf Varianten der Reihe KAJPLATS, von E27 und E14 über P45 und GU10 bis zu dekorativen Formen.

Sensoren: MYGGSPRAY für Bewegung, MYGGBETT als Tür- und Fensterkontakt, TIMMERFLOTTE für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, ALPSTUGA für Luftqualität und KLIPPBOK als Wassermelder.

Bedienung: Die Fernbedienungen der Reihe BILRESA, einmal mit zwei Tasten und einmal mit Scrollrad, dazu die Zwischensteckdose GRILLPLATS.

Alle neuen Geräte arbeiten mit Matter over Thread. Preise nennt IKEA je nach Markt unterschiedlich, angekündigt wurde der Einstieg jedoch im einstelligen Bereich. Für Lampen und Fernbedienungen zu solchen Preisen gibt es im Matter-Umfeld schlicht keine Konkurrenz.

Bemerkenswert ist außerdem der Wassermelder. Diese Kategorie fehlt bei den meisten großen Anbietern, und gerade dort richtet ein früher Hinweis den größten Nutzen an.

Brauche ich den IKEA-Hub?

Diese Frage sorgt regelmäßig für Verwirrung, weil die Antwort davon abhängt, welche Geräte man meint.

Für die neuen Matter-Geräte: Ein Steuerungszentrum wird gebraucht, es muss aber nicht das von IKEA sein. Wer bereits einen Matter-Controller und einen Thread Border Router im Haus hat, etwa über Apple, Google, SmartThings oder Home Assistant, bindet die neuen Geräte direkt dort ein. Weder der Dirigera noch die IKEA-App sind dafür nötig.

Für die alten Zigbee-Geräte: Hier braucht es entweder den Dirigera oder einen eigenen Zigbee-Koordinator, etwa an Home Assistant. Ohne eines von beidem bleiben die Geräte stumm.

Was aus dem Trådfri-Bestand wird

Wer über Jahre Trådfri-Lampen gesammelt hat, muss nichts wegwerfen. IKEA hat zugesagt, die Zigbee-Geräte über den Dirigera weiter zu unterstützen. Der Umstieg auf Matter und Thread läuft als schrittweiser Übergang, nicht als Schnitt.

Praktisch heißt das: Alte und neue Geräte lassen sich im selben System betreiben. Der Dirigera reicht die Zigbee-Geräte als Matter-Geräte nach außen weiter, die neuen Thread-Geräte kommen ohnehin direkt.

IKEA-Geräte in Home Assistant

Es gibt drei Wege, und keiner davon führt über eine eigene Dirigera-Integration, denn die existiert im Kern von Home Assistant nicht.

Weg 1: Zigbee direkt. Der eleganteste Weg für den Trådfri-Bestand. Mit einem eigenen Zigbee-Koordinator und ZHA oder Zigbee2MQTT werden die IKEA-Geräte direkt eingebunden, ganz ohne Hub. Damit stehen alle Funktionen zur Verfügung, und der Dirigera wird überflüssig.

Weg 2: Dirigera als Matter-Brücke. In der IKEA-App die Matter-Brücke aktivieren, dann in Home Assistant unter Einstellungen > Geräte & Dienste > Integration hinzufügen die Matter-Integration wählen und den Code eingeben. Danach erscheinen Lampen, Steckdosen, Rollos, Bewegungs- und Kontaktsensoren sowie Luftreiniger in Home Assistant.

Weg 3: Die neuen Thread-Geräte direkt. Sie werden wie jedes andere Matter-Gerät eingebunden, vorausgesetzt ein Thread Border Router ist vorhanden. Der Dirigera bleibt dabei außen vor.

Für den alten runden Trådfri-Hub gibt es weiterhin eine eigene Integration in Home Assistant. Wer noch eines dieser Gateways betreibt, kann es also direkt anbinden.

Stärken und Schwächen

Dafür spricht:

  • Der Preis. In dieser Klasse gibt es kaum etwas Vergleichbares, und das gilt inzwischen auch für Matter-Geräte.
  • Die Offenheit. Mit dem Wechsel auf Matter sind die Geräte nicht mehr an das System von IKEA gebunden.
  • Die Verfügbarkeit. Ein Einrichtungshaus in der Nähe schlägt jeden Onlineversand, wenn eine Lampe kaputtgeht.

Dagegen spricht:

  • Die Ausstattung. Farbtemperatur und Helligkeit sind Standard, ausgefeilte Lichteffekte oder Kalibrierfunktionen gibt es nicht.
  • Die Software. Die IKEA-App deckt die Grundlagen ab, an Automatisierungen kommt sie nicht an das heran, was Home Assistant oder auch die App von Philips Hue bieten.
  • Der Übergang. In den nächsten Jahren stehen zwei Gerätewelten nebeneinander, Zigbee und Thread. Wer neu einsteigt, sollte gleich auf die neuen Matter-Geräte setzen.

Fazit

IKEA Home smart war lange ein günstiges, aber geschlossenes System. Mit dem Umbau auf Matter ist daraus etwas anderes geworden: eine Quelle für preiswerte Sensorik und Beleuchtung, die in jedem System läuft.

Für Einsteiger ist das die risikoärmste Art anzufangen, weil ein Fehlkauf ein paar Euro kostet und nicht ein paar Zwanziger. Wer bereits Home Assistant betreibt, greift bei Sensoren und Lampen ebenfalls gern zu und lässt den Dirigera einfach im Regal stehen.

Der eine Punkt, an dem IKEA nichts vormacht: Wer Wert auf Feinheiten legt, kauft woanders. Für alles andere ist das Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zu schlagen.


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Matthias Korte

Hauptberuflich Software-Entwickler und seit einigen Jahren Smart-Home Fan. Angefangen hat alles mit einem RaspberryMatic und einer schaltbaren Steckdose. Mittlerweile habe ich einige Steckdosen, Sensoren, und Thermostate sowie ioBroker zur Visualisierung im Einsatz.

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