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10 Smart-Home-Projekte unter 20 Euro, die wirklich etwas bringen

Smart Home wird meistens über die teuren Sachen erzählt. Sprachassistenten, Zentralen, Kamerasysteme. Dabei sind es oft die Kleinteile für zehn Euro, die im Alltag wirklich etwas ändern.

Hier sind zehn davon. Jedes löst ein konkretes Problem, keines kostet mehr als zwanzig Euro, und bei keinem geht es um Spielerei.

Eine Voraussetzung vorweg

Die meisten Vorschläge setzen voraus, dass du bereits eine Zentrale hast. Einen Zigbee-Koordinator an Home Assistant oder ioBroker, eine Hue Bridge, ein SmartThings-Gerät oder etwas Vergleichbares.

Wer bei null anfängt, muss diesen Posten dazurechnen. Ein Zigbee-Stick liegt bei etwa dreißig Euro, und damit sprengt der Einstieg die Zwanzig-Euro-Grenze. Ab dem zweiten Gerät stimmt die Rechnung dann wieder.

1. Den Zigbee-Stick freistellen

Kosten: rund 5 Euro. Aufwand: zwei Minuten.

Das ist das Projekt mit dem besten Verhältnis von Einsatz zu Wirkung, und es taucht in keiner Empfehlungsliste auf, weil man dabei nichts Neues bekommt.

Ein Zigbee-Stick, der direkt im Raspberry Pi oder im Mini-PC steckt, arbeitet unter Störfeuer. USB-3.0-Anschlüsse strahlen im selben Frequenzbereich ab, in dem Zigbee funkt, dazu kommen Netzteil und Festplatte. Ein USB-2.0-Verlängerungskabel von einem Meter bringt ihn da weg.

Bei manchen Aufbauten verdoppelt sich die Reichweite dadurch. Sensoren, die monatelang sporadisch ausfielen, laufen danach durch. Wer über Zigbee-Probleme klagt und noch keine Verlängerung hat, sollte hier anfangen und nicht bei einem neuen Koordinator.

2. Ein Wassermelder unter die Waschmaschine

Kosten: rund 10 Euro. Aufwand: hinlegen.

Von allen Vorschlägen hier ist das der mit dem größten möglichen Gegenwert. Ein Wasserschaden durch einen geplatzten Zulaufschlauch kostet schnell einen fünfstelligen Betrag, und er passiert typischerweise, während niemand zu Hause ist.

Ein Zigbee-Wassermelder wird unter die Maschine geschoben und meldet sich, sobald die Kontakte nass werden. Die Batterie hält Jahre.

Sinnvolle Plätze gibt es mehrere: unter Waschmaschine und Spülmaschine, neben der Heizungsanlage, unter der Spüle und beim Warmwasserspeicher. Bei vier Stück sind das vierzig Euro, und dafür bekommt man eine Absicherung, die keine Versicherung ersetzt, aber den Schaden begrenzt.

Der ehrliche Haken: Eine Meldung nützt nur, wenn sie jemanden erreicht. Die Benachrichtigung sollte aufs Handy gehen und nicht nur in einer Weboberfläche stehen, die man nie aufmacht.

3. Fensterkontakt gegen die offene Heizung

Kosten: rund 8 Euro. Aufwand: aufkleben.

Ein Zigbee-Fensterkontakt besteht aus zwei Teilen, die auf Rahmen und Flügel geklebt werden. Fertig.

Die naheliegende Anwendung ist das Heizungsthermostat, das beim Lüften herunterfährt. Das können Thermostate zwar auch selbst über den Temperaturabfall erkennen, nur eben unzuverlässig und mit Verzögerung. Ein Kontakt weiß es sofort und sicher.

Die zweite Anwendung ist unterschätzt: eine Erinnerung, wenn ein Fenster länger als zwanzig Minuten offen steht. Wer schon einmal im Winter aus dem Haus gegangen ist und das Badfenster vergessen hat, weiß, warum.

4. Feuchtesensor im Bad gegen Schimmel

Kosten: rund 10 Euro. Aufwand: hinstellen.

Ein Sensor für Temperatur und Luftfeuchte kostet kaum mehr als ein Kaffee und beantwortet eine Frage, die man sonst nur raten kann.

Interessant ist nicht der Momentwert, sondern der Verlauf. Wenn die Luftfeuchte im Bad nach dem Duschen sechs Stunden braucht, um wieder unter 60 Prozent zu kommen, wird dort irgendwann Schimmel wachsen. Mit dem Verlauf sieht man, ob zweimal täglich Lüften reicht oder ob ein Lüfter nötig wird.

Im Keller und im Schlafzimmer gilt dasselbe. Ein Sensor für zehn Euro ersetzt eine Menge Vermutungen über den Zustand der eigenen Wohnung.

5. Die Waschmaschine meldet sich fertig

Kosten: rund 13 Euro. Aufwand: einstecken und eine Automation bauen.

Dafür braucht es eine Zwischensteckdose mit Verbrauchsmessung. Die Maschine wird darüber betrieben, und die Automation beobachtet die Leistungsaufnahme.

Das Muster ist einfach: Steigt der Verbrauch über einige Watt, läuft die Maschine. Fällt er danach für mehr als fünf Minuten wieder in den Ruhebereich, ist sie fertig. Dann kommt eine Nachricht aufs Handy.

Klingt nach einer Spielerei und ist im Alltag mit Abstand die Automation, die am häufigsten auslöst. Wäsche, die stundenlang nass in der Trommel liegt, riecht am nächsten Tag, und man wäscht sie noch einmal.

Die Steckdose bringt zwei weitere Vorteile mit. Sie zeigt, was das Gerät tatsächlich verbraucht, und sie arbeitet als netzbetriebenes Zigbee-Gerät gleichzeitig als Wegpunkt für das Funknetz.

Ein Hinweis zur Auswahl: Für Waschmaschine und Trockner sollte die Steckdose 16 Ampere vertragen. Viele günstige Modelle hören bei 10 auf.

6. Die vorhandene Deckenlampe smart machen

Kosten: rund 12 Euro. Aufwand: eine Stunde, Fachkenntnis nötig.

Der übliche Weg zu smartem Licht führt über neue Leuchtmittel. Das wird teuer, sobald eine Leuchte fünf Fassungen hat, und es funktioniert bei fest verbauten LED-Leuchten gar nicht.

Ein Unterputzrelais hinter dem Lichtschalter macht dagegen die ganze Leuchte schaltbar, egal was darin steckt. Der vorhandene Schalter funktioniert weiter, und das ist der eigentliche Gewinn. Andere Bewohner merken vom Umbau nichts.

Dazu gehört eine klare Warnung. Hier wird an 230 Volt gearbeitet. Wer damit keine Erfahrung hat, lässt es einen Elektriker machen. Viele Module brauchen zudem einen Neutralleiter in der Schalterdose, und in Altbauten liegt der oft nicht.

7. Bewegungsmelder für Flur und Keller

Kosten: rund 12 Euro. Aufwand: hinstellen.

Licht, das angeht, wenn man mit vollen Händen durch den Flur läuft, ist einer der wenigen Smart-Home-Effekte, den auch Skeptiker im Haushalt nach zwei Tagen nicht mehr missen wollen.

Ein Zigbee-Bewegungsmelder wird einfach auf ein Regal gestellt oder in eine Ecke geklebt. Die besten Plätze sind Flur, Keller, Abstellraum und Treppenhaus, also überall dort, wo man den Schalter ohnehin schlecht erreicht.

Zwei Dinge sollte die Automation können. Nachts dimmt sie das Licht auf zehn Prozent, damit niemand um drei Uhr geblendet wird. Und sie schaltet erst nach mehreren Minuten ohne Bewegung wieder aus, sonst steht man im Dunkeln, während man in einer Schublade sucht.

8. Ein Knopf an der Wand

Kosten: rund 10 Euro. Aufwand: ankleben.

Das ist das Gerät, das ein Smart Home alltagstauglich macht. Ein Zigbee-Taster hat keine Leitung und lässt sich überall hinkleben, auch auf eine Fliese, auf die Nachttischplatte oder neben die Wohnungstür.

Die meisten Modelle unterscheiden zwischen einfachem Druck, doppeltem Druck und langem Halten. Damit hat ein einziger Knopf drei Funktionen.

Bewährte Belegungen: neben dem Bett einmal drücken für alles aus im Erdgeschoss, neben der Wohnungstür für den Weggeh-Modus, in der Küche für das Licht über der Arbeitsplatte.

Der Punkt dahinter ist wichtiger als das Gerät. Ein Smart Home, das nur über das Handy bedienbar ist, wird von der Hälfte des Haushalts nicht genutzt. Ein Knopf an der Wand wird von allen benutzt.

9. Ein Heizkörperthermostat für den Nebenraum

Kosten: 14,99 Euro. Aufwand: aufschrauben.

Smarte Heizkörperthermostate lagen jahrelang zwischen fünfzig und hundert Euro. IKEA hat das mit dem LILJEBAGGE gerade aufgebrochen, der für 14,99 Euro angekündigt ist und Matter über Thread mitbringt.

Damit lohnt sich das Thema auch für Räume, bei denen man vorher abgewinkt hat. Das Gästezimmer, das dreimal im Jahr benutzt wird. Das Arbeitszimmer, in dem nur vormittags jemand sitzt. Der Hobbyraum im Keller.

Zwei Einschränkungen: Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist das Gerät in Deutschland noch nicht gelistet, und es braucht einen Thread Border Router im Haus. Wer weder das eine noch das andere hat, greift zu einem Zigbee-Thermostat, das es ebenfalls knapp unter zwanzig Euro gibt.

10. NFC-Aufkleber für Handy-Automationen

Kosten: rund 10 Euro für zehn Stück. Aufwand: beschreiben und aufkleben.

Der Außenseiter in dieser Liste, weil er ohne Funknetz und ohne Batterie auskommt. Ein NFC-Aufkleber ist ein passiver Chip, den das Handy beim Auflegen ausliest. Die Home-Assistant-App kann darauf reagieren.

Sinnvoll ist das überall dort, wo ein fester Knopf zu viel wäre. Ein Aufkleber am Schreibtisch startet den Arbeitsmodus mit Licht und Musik. Einer an der Kaffeemaschine zählt mit, wie viele Tassen durchlaufen. Einer im Auto schaltet auf dem Heimweg die Heizung hoch.

Die Aufkleber lassen sich beliebig oft neu beschreiben. Wer eine Idee verwirft, klebt den Chip woandershin.

Was ich zuerst kaufen würde

Wenn nur dreißig Euro zur Verfügung stehen: die USB-Verlängerung und zwei Wassermelder. Das eine macht das vorhandene Netz stabil, das andere schützt vor dem teuersten Schaden, der in einer Wohnung passieren kann.

Wenn es um den größten spürbaren Unterschied im Alltag geht: der Bewegungsmelder im Flur und der Knopf neben dem Bett. Beides zusammen kostet gut zwanzig Euro und wird jeden Tag benutzt.

Und wenn ein Haushaltsmitglied dem Thema skeptisch gegenübersteht: die Waschmaschinen-Benachrichtigung. Sie ist die einzige Automation aus dieser Liste, bei der auch Unbeteiligte nach einer Woche fragen, ob man das nicht auch für den Trockner machen kann.

Zum Schluss zwei ehrliche Hinweise

Die Preise sind der Stand von September 2026 und bewegen sich bei diesen Geräten stark. Besonders die Sensoren gibt es regelmäßig im Mehrfachpack deutlich günstiger, was sich schon ab dem zweiten Stück lohnt.

Und die Geräte allein tun nichts. Ein Fensterkontakt, zu dem keine Automation gehört, ist ein Aufkleber am Fenster. Der Aufwand liegt nicht im Kauf, sondern in der halben Stunde danach. Wer diese halbe Stunde nicht einplant, kauft besser gar nichts.

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Matthias Korte

Hauptberuflich Software-Entwickler und seit einigen Jahren Smart-Home Fan. Angefangen hat alles mit einem RaspberryMatic und einer schaltbaren Steckdose. Mittlerweile habe ich einige Steckdosen, Sensoren, und Thermostate sowie ioBroker zur Visualisierung im Einsatz.

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