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Homematic IP Neuheiten 2026: Das kommt jetzt auf den Markt

eQ-3 hat zur Light + Building 2026 ein umfangreiches Programm gezeigt. Sechs Kameras, ein neuer Türschlossantrieb, eigene Lampen und Plug-ins für Modbus und MQTT. Ein Teil davon steht bereits im Handel, der Rest soll bis Ende September folgen. Hier der Überblick, was tatsächlich kommt und was es kostet.

Was schon zu haben ist

Die Kameras

Der größte Brocken ist seit Ende Juli ausgeliefert. Sechs Modelle decken drinnen, draußen und die Haustür ab:

  • Innenkamera basic mit 3 Megapixeln, ab 79,95 Euro der Einstieg
  • Innenkamera plus mit 4 Megapixeln und Schwenkfunktion
  • Außenkamera mit 5 Megapixeln
  • Akku-Außenkamera mit 3 Megapixeln für Stellen ohne Stromanschluss
  • Außenlichtkamera mit 4 Megapixeln, 1.800 Lumen dimmbarem Licht, 120 Grad Schwenkbereich und IP65, 229,95 Euro
  • Video-Türklingel mit 3 Megapixeln, wahlweise verkabelt oder mit Akku

Die Kameras gibt es in Weiß und seit Mitte August auch in Anthrazit. Alle Modelle erkennen Bewegung, Personen und Geräusche, die Außenmodelle bieten Nachtsicht und Gegensprechen.

Der wichtigste Punkt steht im Kleingedruckten. Aufnahmen landen auf einer microSD-Karte im Gerät oder verschlüsselt auf deutschen Servern, und beides kostet nichts extra. Ein Abo gibt es nicht. Wer die Preise bei Ring oder Arlo kennt, weiß, warum das erwähnenswert ist.

Voraussetzung ist ein Access Point oder eine Home Control Unit als Zentrale. Für Neueinsteiger kommt dieser Posten also dazu.

Glasdisplays jetzt auch per Funk

Die Bedienpanels gab es bisher nur für verkabelte Installationen. Seit diesem Jahr laufen sie auch über Funk und lassen sich damit nachrüsten, ohne dass eine Busleitung gezogen werden muss.

Das Glasdisplay kostet 249,95 Euro und bietet fünf frei belegbare Seiten mit je vier Kacheln plus eine Wetterseite. Die Plus-Variante für 279,95 Euro kommt mit zusätzlichen Seiten für Raumklima und Sensordaten.

Per Software haben alle Glasdisplays inzwischen einen Farbwähler für Lichtfarbe und Farbtemperatur bekommen, dazu die Bedienung von Türöffnern und das direkte Auslösen von Automationen.

Wasserstopp für den Hausanschluss

Die Wasserstopp- und Versorgungseinheit sitzt direkt am Hauptwasseranschluss und vereint drei Aufgaben. Sie sperrt das Wasser, mindert den Druck und filtert rückspülbar mit 100 Mikrometer Feinheit. Der Ausgangsdruck lässt sich zwischen 1 und 6 bar einstellen.

Zusammen mit Wassersensoren entsteht daraus ein System, das eine Leckage erkennt und das Hauptventil schließt. Schließen geht auch über die App oder auf Knopfdruck.

Der Preis liegt bei rund 840 Euro, und die Montage gehört in die Hände eines Installateurs. Für ein Gerät, das einen Wasserschaden verhindern soll, ist das trotzdem eine überschaubare Summe.

Was noch bis Ende September kommen soll

Für das dritte Quartal ist der weitaus größte Teil angekündigt. Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr.

Türschloss und Klingel

Der Türschlossantrieb pro bekommt Zutrittsberechtigungen, ein automatisches Wiederverriegeln und einen Flüstermodus für die Nacht. Eingebaute Lage- und Erschütterungssensoren melden, wenn jemand an der Tür hantiert.

Die Video-Türklingel ist als Ergänzung dazu gedacht und läuft im selben Alarm-Dashboard der App, das Livebilder, Aufzeichnungen und Ereignisse zusammenführt.

Eigene Lampen

Homematic IP steigt ins Leuchtmittelgeschäft ein. Geplant sind RGBWW-Lampen mit E27- und GU10-Sockel, jeweils im Doppelpack, steuerbar in Szenen und Gruppen.

Ein spätes Feld für einen Einstieg. Wer Homematic IP betreibt und bisher Hue-Lampen nutzt, wird kaum wechseln. Für Neuanlagen erspart es allerdings ein zweites System.

Dimmer und Schaltaktoren

Der Universal-Dimmereinsatz arbeitet ohne Neutralleiter. Das ist die eigentliche Nachricht, denn in Altbauten liegt in der Schalterdose oft keiner. Dazu kommen eine automatische Lasterkennung und ein Nebenstelleneingang.

Passende Aufsätze gibt es als Taster und als Bewegungsmelder. Der Schaltaktor mit 6 Ampere für die Unterputzdose ist besonders flach gebaut, damit er auch in enge Dosen passt, wahlweise mit Tastereingang.

Für verkabelte Installationen

Die Wired-Reihe bekommt einen Glastaster und ein Glas-Wandthermostat in mehreren Varianten, eine davon mit CO2-Sensor. Das zielt auf Neubau und Sanierung, wo ohnehin Leitungen gezogen werden.

Modbus und MQTT

Die Home Control Unit bekommt zwei Plug-ins. Modbus bindet Wärmepumpen, Wechselrichter, Wallboxen und Klimageräte ein, MQTT überträgt Steuerbefehle und Sensordaten zu externen Systemen.

Für alle, die Home Assistant oder ioBroker betreiben, ist das die interessanteste Ankündigung des Jahres. Der Funktionsumfang ist allerdings noch nicht beschrieben, und eQ-3 selbst spricht dabei ausschließlich von Energiemanagement.

Der wunde Punkt für offene Systeme

Bei den Kameras bleibt eQ-3 im eigenen Garten. Von ONVIF oder einem RTSP-Stream ist keine Rede, also von den Wegen, über die sich Kameras sonst in Frigate oder direkt in Home Assistant einbinden lassen.

Damit sind die Bilder an die Homematic-IP-App gebunden. Wer eine Kamera in seiner eigenen Oberfläche sehen will, kauft besser woanders. Ob das MQTT-Plug-in daran etwas ändert, ist offen, denn ein Videostream über MQTT ist kein üblicher Weg.

Einordnung

eQ-3 baut das Sortiment zum Vollsortiment aus. Was bisher fehlte, waren Kameras, ein konkurrenzfähiges Türschloss und eigene Leuchtmittel. Diese Lücken schließen sich gerade alle auf einmal.

Der Verzicht auf Kameraabos ist dabei das stärkste Argument. Aufnahmen auf der Speicherkarte oder auf deutschen Servern, ohne monatliche Kosten, trifft genau die Bedenken, die viele bei den amerikanischen Anbietern haben.

Die Preise bleiben typisch für die Marke. 229,95 Euro für eine Außenlichtkamera und knapp 250 Euro für ein Bedienpanel sind kein Schnäppchen. Dafür bekommt man deutsche Fertigung und ein System, das seit Jahren ohne Abschaltungen läuft.

Fazit

Für bestehende Homematic-IP-Haushalte ist 2026 ein gutes Jahr. Das System wächst an den Stellen, an denen bisher ein zweiter Hersteller nötig war.

Wer sein Smart Home dagegen um Home Assistant herum baut, wartet auf das MQTT-Plug-in und schaut sich bis dahin genau an, was davon tatsächlich herauskommt. Bei den Kameras ist die Antwort schon jetzt absehbar, dort bleibt Homematic IP eine geschlossene Welt.

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Matthias Korte

Hauptberuflich Software-Entwickler und seit einigen Jahren Smart-Home Fan. Angefangen hat alles mit einem RaspberryMatic und einer schaltbaren Steckdose. Mittlerweile habe ich einige Steckdosen, Sensoren, und Thermostate sowie ioBroker zur Visualisierung im Einsatz.

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