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Philips Hue KI-Automationen

Philips Hue bringt Anfang Oktober eine Funktion namens Custom AI Behaviours. Statt Automationen zusammenzuklicken, beschreibt man in der App mit eigenen Worten, was passieren soll. Klingt bequem, hat aber zwei Haken.

Was die Funktion macht

Der Assistent zerlegt einen gesprochenen oder getippten Satz in die drei Bestandteile, aus denen jede Automation besteht.

Aus „Wenn abends jemand die Haustür öffnet, soll der Flur warmweiß angehen“ wird der Auslöser (die Tür geht auf), die Bedingung (die Sonne ist schon untergegangen) und die Aktion (Flurlicht in Warmweiß). Diese Zuordnung nimmt einem die Software ab.

Signify nennt als weitere Beispiele unterschiedliche Schalterbelegungen für Werktage und Wochenende sowie Aufwachroutinen, die man sonst Schritt für Schritt anlegen müsste.

Haken eins: die Bridge Pro

Die Funktion setzt die Hue Bridge Pro voraus. Wer die ältere eckige Bridge betreibt, bekommt sie nicht, auch nicht per Update.

Das ist die zweite Funktion nach MotionAware, die Signify an die neue Hardware bindet. Für rund 90 bis 100 Euro Aufpreis bekommt man eine Automatisierungshilfe, deren Nutzen sich erst im Alltag zeigen muss.

Haken zwei: die offene Frage nach der Cloud

Signify sagt bislang nicht, wo die Sprachverarbeitung stattfindet. Ob der Satz auf der Bridge ausgewertet wird oder auf einem Server, bleibt offen.

Ein Hinweis lässt sich aus der zweiten Neuerung ableiten. Die ebenfalls angekündigte Sicherung von Szenen und Automationen läuft ausdrücklich über die Hue-Cloud. Wer Wert auf ein System legt, das ohne Internetverbindung auskommt, sollte die Antwort abwarten, bevor er dafür Hardware kauft.

Was Home-Assistant-Nutzer davon haben

Kurz gesagt: nichts. Die Funktion lebt in der Hue-App und steuert ausschließlich Hue-Geräte. In Home Assistant taucht sie nicht auf.

Das Gegenstück gibt es dort ohnehin bereits. Seit Version 2026.7 arbeitet der Automatisierungseditor mit zweckbezogenen Auslösern, man wählt also „Bewegung erkannt“ statt eines Zustandswechsels. Und wer Sätze in Automationen umsetzen lassen will, hängt ein lokales Sprachmodell über Ollama an Assist.

Der Unterschied liegt in der Reichweite. Die Hue-Variante kennt nur Lampen, die Home-Assistant-Variante das ganze Haus.

Für wen es sich lohnt

  • Reine Hue-Haushalte ohne weiteres Smart-Home-System profitieren am meisten. Wer die App bisher gemieden hat, weil Automationen dort mühsam sind, bekommt einen echten Zugewinn.
  • Besitzer der alten Bridge sollten wegen dieser Funktion allein nicht wechseln. Für den Umstieg braucht es einen zweiten Grund, etwa die Kapazitätsgrenze oder MotionAware.
  • Home-Assistant-Nutzer können die Ankündigung überspringen.

Fazit

Die Idee ist gut, weil Automationen für viele die Hürde sind, an der das Smart Home stehenbleibt. Wenn ein gesprochener Satz reicht, benutzen deutlich mehr Leute die Funktion überhaupt.

Offen bleibt, wie gut die Umsetzung im Alltag trifft und wo die Verarbeitung läuft. Beides klärt sich ab Oktober, wenn das Update ausgeliefert wird.


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Matthias Korte

Hauptberuflich Software-Entwickler und seit einigen Jahren Smart-Home Fan. Angefangen hat alles mit einem RaspberryMatic und einer schaltbaren Steckdose. Mittlerweile habe ich einige Steckdosen, Sensoren, und Thermostate sowie ioBroker zur Visualisierung im Einsatz.

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