Shelly Geräte für Home Assistant: Welche lohnen sich?
Shelly und Home Assistant passen ausgesprochen gut zusammen. Die kleinen Relais, Steckdosen und Energiezähler lassen sich lokal einbinden, benötigen für Home Assistant keine dauerhafte Cloud-Verbindung und decken vom einfachen Lichtschalter bis zur kompletten Verbrauchsmessung im Sicherungskasten viele Bereiche ab.
Inzwischen ist die Produktpalette allerdings ziemlich groß. Neben älteren Shelly-Geräten gibt es Gen3- und Gen4-Modelle, Mini-Ausführungen, Geräte mit Strommessung, Matter-Unterstützung sowie spezielle Varianten für Rollläden und den Sicherungskasten.
Welche Shelly Geräte für Home Assistant lohnen sich also wirklich? In diesem Artikel schauen wir uns die Modelle an, die ich für typische Smart-Home-Projekte besonders interessant finde.
Weitere Anleitungen und Grundlagen findest du außerdem auf meiner Übersichtsseite Home Assistant: Einstieg, Installation und Anleitungen.
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Warum Shelly für Home Assistant interessant ist
Der große Vorteil von Shelly liegt für mich in der lokalen Steuerung. Viele Geräte verbinden sich direkt mit dem eigenen WLAN und werden von Home Assistant über die offizielle Shelly-Integration erkannt.
Eine zusätzliche Bridge ist für die klassischen WLAN-Shellys nicht notwendig. Nach der Einrichtung erscheinen Schalter, Leistungswerte und weitere Sensoren direkt in Home Assistant und können für Dashboards und Automationen genutzt werden.
- lokale Kommunikation mit Home Assistant
- keine Cloud für die grundlegende Steuerung notwendig
- keine zusätzliche Bridge bei WLAN-Nutzung
- sehr große Auswahl verschiedener Geräte
- Strommessung bei vielen Modellen
- gute Möglichkeiten für Nachrüstungen
- Gen4 zusätzlich mit Zigbee und Matter
Gerade bei fest eingebauten Aktoren finde ich die lokale Kommunikation wichtig. Eine Beleuchtung oder ein Rollladen sollte schließlich auch dann noch über Home Assistant funktionieren, wenn ein externer Cloud-Dienst einmal nicht erreichbar ist.
Shelly mit Home Assistant verbinden
Im einfachsten Fall wird der Shelly zunächst mit dem heimischen WLAN verbunden. Home Assistant erkennt unterstützte Geräte anschließend normalerweise automatisch.
- Shelly einschalten und mit dem WLAN verbinden.
- Home Assistant öffnen.
- Zu Einstellungen → Geräte & Dienste wechseln.
- Das erkannte Shelly-Gerät auswählen.
- Integration hinzufügen und dem gewünschten Bereich zuordnen.
Falls ein Gerät nicht automatisch gefunden wird, kann die Shelly-Integration auch manuell hinzugefügt und die IP-Adresse des Gerätes angegeben werden.
Für ein reines Home-Assistant-System würde ich aktuelle Gen4-Geräte weiterhin bevorzugt über WLAN und die native Shelly-Integration betreiben. Zigbee und Matter sind interessante zusätzliche Möglichkeiten, zwingend benötigt werden sie dafür aber nicht.
Welche Shelly Geräte lohnen sich für Home Assistant?
| Gerät | Einsatz | Strommessung | Meine Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Shelly 1PM Gen4 | Licht, Steckdose, Verbraucher | Ja | Bester Allrounder |
| Shelly 1 Gen4 | Potentialfreies Schalten | Nein | Sehr flexibel |
| Shelly 1PM Mini Gen4 | Enge Unterputzdosen | Ja | Sehr kompakt |
| Shelly Plug S Gen3 | Steckdosengeräte | Ja | Einfachster Einstieg |
| Shelly 2PM Gen4 | Rollläden und zwei Kanäle | Ja | Klare Empfehlung für Rollläden |
| Shelly Dimmer Gen3 | Dimmbare Beleuchtung | modellabhängig | Für Licht interessant |
| Shelly EM Gen4 | Verbrauchsmessung | Ja | Sehr gut für Energieprojekte |
| Shelly Pro 3EM v2 | Hausverbrauch und PV | Ja | Für dreiphasige Messung |
1. Shelly 1PM Gen4: mein Allrounder für Home Assistant
Wenn ich heute einen Shelly für einen klassischen Smart-Home-Einsatz kaufen müsste, wäre der Shelly 1PM Gen4 einer meiner ersten Kandidaten.
Er besitzt einen Schaltausgang und misst gleichzeitig den Stromverbrauch des angeschlossenen Verbrauchers. Damit kann Home Assistant nicht nur ein Gerät ein- und ausschalten, sondern auch dessen aktuelle Leistung und Energieverbrauch erfassen.
Das eröffnet interessante Automationen. Home Assistant kann beispielsweise erkennen, wann die Waschmaschine fertig ist, weil deren Leistungsaufnahme unter einen bestimmten Wert fällt.
- Beleuchtung schalten
- Steckdose smart machen
- Waschmaschine überwachen
- Geschirrspüler überwachen
- Heizung oder andere Verbraucher steuern
- Energieverbrauch in Home Assistant darstellen
Der 1PM Gen4 unterstützt bis zu 16 A bei ohmschen Lasten und bietet neben WLAN auch Zigbee, Bluetooth und Matter. Für Home Assistant ist vor allem die Kombination aus lokalem Schalten und Strommessung interessant.
2. Shelly 1 Gen4: wenn ein potentialfreier Kontakt benötigt wird
Der Shelly 1 Gen4 sieht auf den ersten Blick ähnlich aus, erfüllt aber einen anderen Zweck. Sein großer Vorteil ist der potentialfreie Kontakt.
Dadurch eignet sich das Gerät auch für Anwendungen, bei denen nicht einfach eine 230-Volt-Leitung geschaltet werden soll.
- Garagentorsteuerungen
- Heizungsfreigaben
- Türöffner
- Bewässerung
- Schütze
- Kleinspannungsprojekte
Wer keine Leistungsmessung braucht und stattdessen einen flexibel nutzbaren Schaltkontakt sucht, fährt mit dem Shelly 1 häufig besser als mit einem 1PM.
3. Shelly 1PM Mini Gen4: wenn wenig Platz vorhanden ist
Unterputzdosen haben eine unangenehme Eigenschaft: Sobald Schalter, Kabel und Verbindungsklemmen darin sitzen, bleibt erstaunlich wenig Platz für zusätzliche Elektronik.
Genau hier ist der Shelly 1PM Mini Gen4 interessant. Das Gerät ist besonders kompakt und bietet trotzdem eine integrierte Leistungsmessung.
Die Mini-Ausführung ist allerdings nicht für dieselben Lasten gedacht wie der größere 1PM Gen4. Der 1PM Mini Gen4 ist für bis zu 8 A bei 240 V AC vorgesehen.
Für Beleuchtung und kleinere Verbraucher reicht das in vielen Fällen vollkommen aus. Für größere Lasten würde ich eher zum normalen 1PM Gen4 greifen.
4. Shelly Plug S Gen3: der einfachste Einstieg
Wer zunächst keine Unterputzdose öffnen möchte, findet mit dem Shelly Plug S Gen3 einen wesentlich einfacheren Einstieg.
Die Zwischensteckdose wird einfach in eine vorhandene Steckdose gesteckt. Anschließend kann ein Verbraucher über Home Assistant geschaltet und dessen Stromverbrauch überwacht werden.
Das eignet sich sehr gut für erste Automationen mit Home Assistant:
- Fernseher und Multimedia messen
- Computerarbeitsplatz überwachen
- Stehlampen automatisieren
- Kaffeemaschine zeitgesteuert abschalten
- Verbrauch einzelner Geräte vergleichen
- Waschmaschine überwachen
Gerade wer Shelly erst einmal ausprobieren möchte, bekommt hier meiner Meinung nach den unkompliziertesten Einstieg.
5. Shelly 2PM Gen4: für Rollläden und Jalousien
Einer der interessantesten Shellys für Home Assistant ist für mich der Shelly 2PM Gen4. Das Gerät besitzt zwei Ausgänge und kann speziell für Rollläden, Jalousien und vergleichbare Antriebe verwendet werden.
In Home Assistant lässt sich der Rollladen anschließend als entsprechendes Cover-Gerät verwenden. Damit werden Automationen möglich, die über einfaches Hoch- und Runterfahren hinausgehen.
- Rollläden bei Sonnenuntergang schließen
- morgens automatisch öffnen
- Beschattung abhängig von Temperatur und Sonne
- Rollläden bei Abwesenheit steuern
- mehrere Rollläden gemeinsam bedienen
Der 2PM Gen4 bietet zusätzlich Leistungsmessung und unterstützt WLAN, Zigbee, Bluetooth sowie Matter.
6. Shelly Dimmer Gen3: Licht über Home Assistant dimmen
Wer eine vorhandene dimmbare Beleuchtung in Home Assistant integrieren möchte, sollte sich den Shelly Dimmer Gen3 ansehen.
Er kann mit geeigneten dimmbaren Leuchten verwendet werden und funktioniert je nach Installation auch ohne Neutralleiter. Wird er ohne Neutralleiter bei kleinen Lasten eingesetzt, kann zusätzlich ein Bypass notwendig sein.
In Home Assistant lässt sich die Beleuchtung anschließend nicht nur ein- und ausschalten. Auch die Helligkeit kann Bestandteil von Szenen und Automationen werden.
7. Shelly EM Gen4: spannend für das Home-Assistant-Energiedashboard
Wer sich stärker mit dem Energieverbrauch beschäftigt, findet mit dem Shelly EM Gen4 eines der aktuell interessantesten Geräte der Serie.
Der Energiezähler arbeitet mit Stromwandlern. Dadurch kann der Strom eines Stromkreises erfasst werden, ohne den gesamten Laststrom durch das Shelly-Gerät zu führen.
Der EM Gen4 unterstützt bis zu zwei Stromwandler und ist damit beispielsweise interessant für einzelne größere Verbraucher, eine Unterverteilung oder spezielle Energieprojekte.
Die Messwerte können anschließend in Home Assistant verarbeitet und für das Energiedashboard oder eigene Statistiken genutzt werden.
- Stromverbrauch einzelner Stromkreise messen
- Wärmepumpe beobachten
- Wallbox-Verbrauch erfassen
- Balkonkraftwerk überwachen
- größere Verbraucher analysieren
- Automationen anhand des Verbrauchs starten
Der aktuelle EM Gen4 kann Messdaten außerdem lokal speichern und bringt bereits einen 50-A-Stromwandler mit.
8. Shelly Pro 3EM v2: Hausverbrauch und PV messen
Wer den Verbrauch eines kompletten dreiphasigen Hausanschlusses erfassen möchte, landet schnell beim Shelly Pro 3EM v2.
Das Gerät ist für die Montage auf der Hutschiene vorgesehen und misst über drei Stromwandler die einzelnen Phasen. Dadurch ist es unter anderem für Hausverbrauch, Photovoltaikanlagen und umfangreichere Energiemessungen interessant.
Für Home Assistant ist das besonders spannend, weil sich Verbrauch und Einspeisung anschließend zentral darstellen und für weitere Automationen verwenden lassen.
Ein typischer Anwendungsfall wäre ein Balkonkraftwerk oder eine größere PV-Anlage. Home Assistant könnte anhand der aktuellen Einspeisung beispielsweise Verbraucher einschalten oder andere Energieflüsse steuern.
Die aktuelle v2-Version kann bis zu 120 A pro Phase messen, wird mit drei entsprechenden Stromwandlern geliefert und besitzt neben WLAN auch Ethernet und Bluetooth.
Shelly 1 oder Shelly 1PM?
Diese Frage dürfte beim Einstieg besonders häufig auftauchen. Die Entscheidung ist eigentlich recht einfach.
| Shelly 1 Gen4 | Shelly 1PM Gen4 | |
|---|---|---|
| Schalten | Ja | Ja |
| Strommessung | Nein | Ja |
| Potentialfreier Kontakt | Ja | Nein |
| Typischer Einsatz | Tor, Heizung, Kleinspannung | Licht, Steckdose, Verbraucher |
Für einen normalen 230-Volt-Verbraucher würde ich häufig den 1PM wählen, weil die zusätzliche Strommessung in Home Assistant viele Möglichkeiten eröffnet. Wird ein potentialfreier Kontakt benötigt, ist dagegen der Shelly 1 die richtige Wahl.
Gen3 oder Gen4 kaufen?
Wer heute neu kauft, sollte sich meiner Meinung nach zuerst die Gen4-Geräte anschauen. Sie kombinieren WLAN mit Zigbee, Bluetooth und Matter und lassen damit bei einem späteren Umbau des Smart Homes mehr Möglichkeiten offen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass vorhandene Gen2- oder Gen3-Geräte ausgetauscht werden müssen. Für Home Assistant funktionieren auch ältere Generationen weiterhin gut.
Ein Wechsel auf Gen4 lohnt sich deshalb vor allem bei Neuanschaffungen.
Brauche ich Matter für Shelly und Home Assistant?
Nein. Für Home Assistant benötigt man Matter nicht zwingend. Die native Shelly-Integration arbeitet lokal und unterstützt Shelly-Geräte direkt.
Matter wird interessant, wenn dasselbe Gerät zusätzlich möglichst standardisiert mit anderen Smart-Home-Systemen verwendet werden soll. Für ein Home-Assistant-zentriertes Zuhause würde ich deshalb nicht allein wegen Matter ein vorhandenes Shelly-Gerät ersetzen.
Meine Empfehlungen nach Einsatzgebiet
| Ich möchte… | Meine Wahl |
|---|---|
| ein normales Gerät schalten und Verbrauch messen | Shelly 1PM Gen4 |
| einen potentialfreien Kontakt schalten | Shelly 1 Gen4 |
| möglichst wenig Platz benötigen | Shelly 1PM Mini Gen4 |
| ohne Elektroinstallation anfangen | Shelly Plug S Gen3 |
| Rollläden automatisieren | Shelly 2PM Gen4 |
| Beleuchtung dimmen | Shelly Dimmer Gen3 |
| einzelne Stromkreise messen | Shelly EM Gen4 |
| dreiphasigen Hausverbrauch oder PV messen | Shelly Pro 3EM v2 |
Welche Shellys würde ich für ein neues Home-Assistant-System kaufen?
Für den Einstieg würde ich nicht sofort das ganze Haus umrüsten. Ein Shelly Plug S Gen3 ist eine einfache Möglichkeit, die Integration und die Energiemessung kennenzulernen.
Bei fest installierten Aktoren ist der Shelly 1PM Gen4 für mich der interessanteste Allrounder. Für Rollläden würde ich direkt zum 2PM Gen4 greifen.
Wer anschließend das Home-Assistant-Energiedashboard ausbauen möchte, kann mit einem EM Gen4 oder einem Pro 3EM v2 deutlich tiefer in die Verbrauchsmessung einsteigen.
Wichtiger Hinweis zur Elektroinstallation
Viele Shelly-Geräte werden direkt an Netzspannung angeschlossen und hinter Schaltern, Steckdosen oder im Sicherungskasten eingebaut. Arbeiten an 230-Volt-Installationen können lebensgefährlich sein und gehören in fachkundige Hände.
Gerade Geräte wie der Shelly Pro 3EM oder fest eingebaute Relais sollten entsprechend den geltenden Vorgaben installiert werden.
Fazit: Welche Shelly Geräte lohnen sich für Home Assistant?
Shelly gehört für mich zu den interessantesten Gerätefamilien für Home Assistant. Die lokale Integration, die große Produktauswahl und die vielen Modelle mit Energiemessung passen sehr gut zu einem Smart Home, das möglichst unabhängig von externen Cloud-Diensten funktionieren soll.
Als Allrounder würde ich aktuell den Shelly 1PM Gen4 wählen. Er kombiniert Schalten und Verbrauchsmessung und eignet sich damit für sehr viele Projekte.
Für Rollläden ist der Shelly 2PM Gen4 interessanter, während der Shelly 1 Gen4 mit seinem potentialfreien Kontakt besondere Anwendungen abdeckt. Wer erst einmal ausprobieren möchte, wie gut Shelly und Home Assistant zusammenspielen, kann mit einem Shelly Plug S Gen3 ohne Umbau beginnen.
Beim Thema Energie werden der Shelly EM Gen4 und der Shelly Pro 3EM v2 spannend. Mit ihnen lässt sich Home Assistant vom einfachen Smart-Home-System zu einer umfangreichen Energieüberwachung ausbauen.
Häufige Fragen zu Shelly und Home Assistant
Funktioniert Shelly ohne Cloud mit Home Assistant?
Ja. Die Shelly-Integration von Home Assistant kommuniziert lokal mit unterstützten Shelly-Geräten. Eine dauerhafte Verbindung zur Shelly Cloud ist für die grundlegende Home-Assistant-Steuerung nicht erforderlich.
Braucht Shelly eine Bridge?
Die klassischen WLAN-Shellys benötigen keine separate Bridge. Sie werden direkt mit dem WLAN verbunden und können anschließend in Home Assistant integriert werden.
Welcher Shelly ist für Rollläden geeignet?
Der Shelly 2PM Gen4 eignet sich für die Steuerung von Rollläden, Jalousien und vergleichbaren Antrieben und kann in Home Assistant entsprechend eingebunden werden.
Welcher Shelly misst den Stromverbrauch?
Unter anderem Shelly 1PM Gen4, 1PM Mini Gen4, Plug S Gen3, 2PM Gen4, EM Gen4 und Pro 3EM v2 bieten Möglichkeiten zur Verbrauchs- beziehungsweise Energiemessung.
Sollte ich Shelly über Matter oder die Shelly-Integration einbinden?
Für ein hauptsächlich mit Home Assistant betriebenes System würde ich die native Shelly-Integration bevorzugen. Matter kann sinnvoll sein, wenn Geräte zusätzlich möglichst einfach in weitere Ökosysteme integriert werden sollen.
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