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Smart-Home Highlights der IFA 2026

Die IFA 2026 lief vom 4. bis 8. September in Berlin, und der Smart-Home-Bereich war so voll wie lange nicht. Zwei Themen zogen sich durch fast jede Halle. Die Rechenarbeit soll zurück ins Haus, und Matter ist erwachsen geworden. Hier die Neuheiten, die davon hängengeblieben sind.

Matter 1.6 kommt in der Praxis an

Die Version wurde bereits im Juni 2026 verabschiedet, auf der Messe waren die ersten Geräte damit zu sehen. Drei Punkte sind daran wichtig.

Kopplung über NFC. Der komplette Anmeldevorgang läuft über NFC statt über Bluetooth. Das Handy wird ans Gerät gehalten, fertig. Der QR-Code auf der Rückseite eines schon montierten Deckenspots wird damit überflüssig. Ein Gerät lässt sich sogar koppeln, bevor es überhaupt Strom bekommt.

Joint Fabric. Geräte lassen sich zwischen verschiedenen Systemen teilen, ohne sie erneut anzulernen. Wer bisher eine Lampe in Apple Home und in Home Assistant haben wollte, musste sie zweimal einbinden.

Thermostat-Vorschläge. Heizungen können Änderungen anregen, statt nur Befehle auszuführen.

Heiman hat einen Sensor mit Matter 1.6 gezeigt, der die NFC-Kopplung vorführt. Bis das in der Breite ankommt, dauert es allerdings noch. Die Hersteller müssen Firmware liefern, und Apple Home, Google Home und die anderen Plattformen müssen die Funktionen in ihre Apps bringen.

Zentralen mit eigener Rechenleistung

Gleich mehrere Hersteller haben Hubs vorgestellt, die Kamerabilder im Haus auswerten statt auf einem Server.

Anker MindBase vereint Matter-Controller, eine Rechenkarte mit 26 TOPS und zwei Festplattenschächte für bis zu 48 TB in einem Gehäuse.

UGREEN HomeAgent kommt gleich in drei Ausbaustufen als HA100, HA100 Pro und MA100, die sich in der Rechenleistung unterscheiden.

SONOFF OpenEdge geht einen anderen Weg und gibt jedem Gerät eine eigene lokale Weboberfläche samt offener Schnittstellen. Gedacht ist das ausdrücklich für Home Assistant, Node-RED und ioBroker.

Licht

Aqara hat fünf neue Leuchten gezeigt, darunter die Floor Lamp T1, den LED Downlight T2 und Lichterketten für draußen. Alle beherrschen Thread und Zigbee gleichzeitig und arbeiten über Matter mit Apple Home, Home Assistant, Alexa, Google Home, SmartThings und Homey zusammen.

Govee zeigt mit dem AI Lighting Bot eine Steuerung, der man die gewünschte Stimmung in normaler Sprache beschreibt.

Philips Hue und Nanoleaf arbeiten künftig zusammen. Nanoleaf-Shapes-Elemente lassen sich in die Hue-Welt einbinden, was für beide Seiten ungewöhnlich ist.

Türschlösser

Das SwitchBot Lock Ultra Max Vision Pro Combo war eines der wenigen Geräte mit klarem Preis. 339,99 Euro kostet das Paket, das ohne Bohren über den vorhandenen Zylinder kommt.

Ins Haus kommt man auf 19 verschiedene Arten, vom Fingerabdruck über Zahlencode, NFC-Karte und Gesichtserkennung bis zum Muster der Handvenen. Ob man das alles braucht, ist eine andere Frage.

Aqara hat ein Schloss gezeigt, das auch an Glastüren funktioniert. Ein Nischenprodukt, das aber ein echtes Problem löst.

Kameras

Die EZVIZ H90f ist eine Innenkamera mit drei Objektiven für offene Grundrisse. Passend zum Messetrend verlagert EZVIZ die Bilderkennung mit der AI CoreX Home Station ins eigene Netz, wo sie auch ohne Internetverbindung arbeiten soll.

Auch Reolink hat die lokale Auswertung betont. Bei Kameras ist das Argument am stärksten, weil hier die empfindlichsten Aufnahmen entstehen.

Saugroboter werden zu Wischrobotern

Der Wettbewerb läuft inzwischen über die Nassreinigung.

Der Dreame Aqua20 Pro Ultra arbeitet mit 180 Grad heißem Wasser aus vier Düsen, um eingetrocknete Flecken vorzubehandeln. Der Narwal Freo 20 Edge setzt ebenfalls auf heißes Wasser, greift preislich aber deutlich tiefer an.

iRobot hat mit dem Roomba Duo ein Konzept gezeigt, bei dem eine große Wascheinheit und ein kleinerer Sauger zusammenarbeiten. Ein Serienprodukt ist das noch nicht.

Im Garten

Bei den Mährobotern ging es um die Kante. Der Segway Navimow H5 Pro bekommt mit EdgeMaestro einen ausfahrbaren Arm, der den Rand schneidet, ohne dass jemand mit dem Trimmer nachgehen muss. Der Movas LiDAX Ultra navigiert ohne Begrenzungsdraht und ohne RTK-Antenne.

Was auffiel

Chinesische Hersteller waren so präsent wie nie. Ein großer Teil der Neuheiten in diesem Bericht stammt von Firmen, die vor fünf Jahren auf einer deutschen Messe kaum auftauchten.

Auffällig waren außerdem die Vorführungen mit Roboterarmen, die Wäsche sortieren oder Geschirr einräumen. Das sind Machbarkeitsstudien für die Bühne, keine Produkte für den Herbstkatalog.

Der wunde Punkt der Messe ist ein anderer. Zu den meisten angekündigten Geräten gibt es weder einen Preis noch einen Termin für Deutschland. Beim SwitchBot-Schloss steht eine Zahl, bei fast allem anderen heißt es abwarten. Bei den lokalen Zentralen, dem interessantesten Thema der Messe, fehlt genau diese Angabe.

Fazit

Für Leute mit einem offenen System war das ein gutes Jahr. Matter deckt inzwischen fast alles ab, mehrere Hersteller nennen Home Assistant ausdrücklich als unterstützte Plattform, und die Rechenleistung wandert zurück ins Haus.

Wer jetzt kaufen will, findet allerdings wenig im Regal. Die spannendsten Geräte der Messe kommen frühestens gegen Jahresende, manche später. Bis dahin bleibt die Beobachtung, ob die Versprechen zur lokalen Verarbeitung halten, sobald die Geräte tatsächlich beim Kunden stehen.


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Matthias Korte

Hauptberuflich Software-Entwickler und seit einigen Jahren Smart-Home Fan. Angefangen hat alles mit einem RaspberryMatic und einer schaltbaren Steckdose. Mittlerweile habe ich einige Steckdosen, Sensoren, und Thermostate sowie ioBroker zur Visualisierung im Einsatz.

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