Home Assistant 2026.9: 13 neue Integrationen und wichtige Verbesserungen
Home Assistant 2026.9 steht unter dem Motto „There’s room on this bus“. Gemeint ist Modbus, und wer damit je gearbeitet hat, weiß, warum das eine eigene Überschrift verdient. Daneben gibt es 13 neue Integrationen und eine Reihe Verbesserungen an den Dashboards.
Modbus ohne Registertabellen
Bisher bedeutete Modbus in Home Assistant, dass man Registeradressen von Hand in YAML einträgt. Ein Zahlendreher, und der Wechselrichter meldet Unsinn.
Die Integration wurde nun so umgebaut, dass sich mehrere Integrationen eine Verbindung zum selben Gerät teilen können. Das manuelle Zuordnen der Register entfällt damit für die Geräte, die darüber angebunden sind.
Ein erstes Ergebnis zeigt sich bei Fronius. Die Integration kann jetzt optional Modbus TCP nutzen und liefert damit Werte pro Strang der Solaranlage.
Dashboards mit Überblick
Die Bereiche Sicherheit und Aktivität haben mehrere sinnvolle Ergänzungen bekommen:
- Aktive Warnungen heben kritische Zustände hervor, etwa eine offene Tür oder einen ausgelösten Rauchmelder
- Favoriten lassen sich anheften, damit häufig geprüfte Entitäten oben stehen
- Ein gemeinsames Quellen-Panel für Verlauf und Aktivität mit Filtern nach Etage, Bereich, Gerät und Integration
- Ein Detaildialog, der die ganze Kette zeigt, die zu einer Zustandsänderung geführt hat
Gerade der letzte Punkt spart Sucherei. Wer sich fragt, warum das Licht um drei Uhr nachts anging, bekommt die Antwort jetzt im Dialog statt in der Ablaufverfolgung.
Neue Übersichtsseiten
Für Matter gibt es eine Netzwerkkarte, die zeigt, welche Geräte über Thread und welche über WLAN angebunden sind. Ein neues Serial-Panel bündelt die angeschlossenen USB-Sticks samt ihren Verbindungen, und für MQTT gibt es eine eigene Einstellungsseite mit Testfunktion zum Veröffentlichen von Nachrichten.
Dazu kommen Anzeigen zur Belegung des Netzwerkspeichers mit farblicher Warnung, wenn es eng wird.
Neue Sonnen-Auslöser
Automatisierungen können jetzt auf die goldene und die blaue Stunde reagieren. Für nördliche Breiten kommen Mitternachtssonne und Polarnacht als Auslöser und Bedingungen dazu.
Für Fotografen und alle, die Außenbeleuchtung stimmungsvoll steuern, ist das ein Zugewinn, weil sich beide Zeitfenster über das Jahr verschieben und mit festen Uhrzeiten nicht abzubilden waren.
13 neue Integrationen
Neu dabei sind unter anderem Besen für Wallboxen, Sofar Inverter Modbus, Silla Prism, LibreNMS, Hot Spring, Flow-it, ISEO Argo BLE, Ridder HortiMaX Pro, Specialized Turbo und Tonewinner. Dazu kommt eine Anbindung für Samsung-Fernseher über ExLink.
Ergänzt wird die Liste durch 15 virtuelle Integrationen, also Marken wie Ariston, Beverly oder Carrier, deren Geräte über Midea laufen.
Was an bestehenden Integrationen besser wird
- Shelly: vollständige Kamera-Unterstützung samt Privatsphäre-Einstellungen
- Reolink: Zeitpläne für den Flutlichtstrahler und einstellbare Frequenz gegen Bildflimmern
- Roborock: Steuerung der Ladestation bei den V1-Modellen
- UniFi Protect: Einrichtung wahlweise nur noch per API-Schlüssel
In der Home Assistant Cloud arbeitet außerdem eine neue Spracherkennung, die mit Akzenten, Hintergrundgeräuschen und anderen Sprachen als Englisch besser zurechtkommen soll.
Vor dem Update prüfen
- KNX: Entitäten senden ihre Anfangswerte nicht mehr automatisch auf den Bus. Wer das braucht, aktiviert die entsprechende Option.
- Sprachmodelle: Die Namen der Werkzeuge tragen jetzt einen Domänen-Präfix. Wer eigene Anweisungen für ein LLM hinterlegt hat, sollte sie prüfen.
- Updates: Installieren und Überspringen ist künftig Administratoren vorbehalten.
- Z-Wave JS: Die Verwaltung von Schlossnutzern und Zugangsdaten erfordert Administratorrechte.
- Saugroboter: die veraltete Eigenschaft für den Batteriestand ist nun endgültig weg.
Fazit
Der Modbus-Umbau ist die wichtigste Änderung, auch wenn er die wenigsten Nutzer direkt betrifft. Er öffnet die Tür für Integrationen von Wechselrichtern und Industriegeräten, die bisher an der Registerpflege gescheitert sind.
Im Alltag machen sich die Dashboard-Neuerungen am schnellsten bemerkbar. Vor dem Update lohnt der Blick auf die KNX-Änderung, alles andere betrifft Randfälle.
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