Anker MindBase: Neue lokale Smart-Home-Zentrale mit Matter und KI
Anker hat auf der IFA 2026 eine Smart-Home-Zentrale gezeigt, die drei Dinge zugleich sein will: Matter-Controller, KI-Rechner und Netzwerkspeicher. MindBase heißt das Gerät, und es verspricht genau das, was viele in der Szene seit Jahren selbst zusammenbauen.
Was in der Kiste steckt
Die Ausstattung liest sich für ein Smart-Home-Gerät ungewöhnlich. MindBase bringt einen Matter-1.5-Controller mit, dazu Thread, Zigbee, WLAN im Doppelband und Bluetooth. An der Rückseite sitzen zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse und drei USB-3.0-Buchsen.
Interessanter ist der Speicher. 64 GB eMMC sind fest verbaut, dazu kommen zwei Einschübe für Festplatten im 2,5- oder 3,5-Zoll-Format. Anker nennt 48 TB als Obergrenze. Damit ist das Gerät auch ein NAS für Fotos, Videos und Kameraaufnahmen.
Die Rechenleistung für die KI liefert eine eigene Steckkarte mit 26 TOPS. Darauf läuft ein hauseigenes Sprachmodell, das Anker TrueSmart Agent nennt. Verwaltet werden können bis zu 20 Kameras, davon 16 drahtlos und vier über PoE, dazu 34 Sensoren.
Warum Matter 1.5 der eigentliche Punkt ist
Matter unterstützt seit Version 1.5 auch Kameras. Das ist die Neuerung, auf die viele lange gewartet haben. Video und Ton laufen über WebRTC, der Zugriff von außen über STUN und TURN. Die Spezifikation beschreibt mehrere Streams, Schwenk- und Zoomsteuerung, Privatzonen sowie Aufzeichnung wahlweise lokal oder in der Cloud.
Kameras waren bisher die letzte große Lücke im Standard. Wer sie füllen will, braucht einen Hub, der Aufnahmen speichern und auswerten kann. Genau in diese Lücke stößt MindBase. Auf dem Datenblatt steht zusätzlich HomeKit Secure Video, was die Zentrale für Apple-Haushalte interessant macht.
Die KI arbeitet im Haus
Die 26 TOPS sind da, damit Kamerabilder im Haus ausgewertet werden. Das Gerät soll Ereignisse erkennen, zusammenfassen und Meldungen daraus bauen, ohne dass Aufnahmen den Router verlassen. Aufzeichnungen lassen sich in normaler Sprache durchsuchen, etwa nach einem Paketboten am Vormittag.
Anker wirbt damit, dass keine monatliche Gebühr anfällt. In den Unterlagen ist gleichzeitig von optionalen Premium- und Cloud-Funktionen die Rede. Was davon später hinter einem Abo landet, ist offen.

Was das für Home Assistant bedeutet
Anker listet Home Assistant ausdrücklich als kompatibel auf, neben Alexa, Google Home und HomeKit. Wie tief diese Anbindung geht, sagt das Datenblatt allerdings nicht.
Zwei Möglichkeiten sind denkbar. MindBase gibt seine Geräte als Matter-Brücke weiter, dann sieht Home Assistant Lampen, Sensoren und mit etwas Glück auch Kameras. Oder es gibt eine eigene Integration mit mehr Funktionen. Die erste Variante wäre der übliche Weg und würde bedeuten, dass die KI-Auswertung in Ankers App bleibt.
Ehrlich betrachtet macht MindBase wenig, was ein bestehender Home-Assistant-Aufbau nicht schon könnte. Matter-Controller, Zigbee-Koordinator, lokale Bildauswertung über Frigate und Speicher auf einer angeschlossenen Platte gibt es dort seit Jahren. Der Unterschied liegt in der Verpackung. MindBase kommt fertig aus dem Karton, ein Home-Assistant-Aufbau will eingerichtet werden.
Woran man denken sollte
- Preis und Termin fehlen. Anker hat beides offengelassen und will die Angaben näher am Verkaufsstart nachreichen. Für ein Gerät mit AI-Karte und zwei Laufwerksschächten ist ein dreistelliger Betrag realistisch, Festplatten noch nicht eingerechnet.
- Die Vorgeschichte spielt mit. Ankers Tochtermarke eufy hat 2023 einräumen müssen, dass Aufnahmen trotz Werbung mit lokaler Speicherung in der Cloud landeten. Wer heute mit Datenschutz wirbt, wird an diesem Vorgang gemessen.
- Ein Hub bleibt ein Hub. Fällt er aus, steht das Haus. Bei einer Zentrale, die zugleich Speicher und Steuerung ist, wiegt das schwerer als bei einer reinen Bridge.
- Matter-Kameras sind noch selten. Die Spezifikation ist da, Geräte anderer Hersteller kommen erst nach und nach. Bis dahin dürfte MindBase vor allem mit eufy-Kameras seine Stärken zeigen.
Einordnung
Das Gerät trifft einen Nerv. Immer mehr Leute wollen ihre Kameraaufnahmen im Haus behalten und trotzdem eine Auswertung haben, die brauchbare Meldungen liefert. Dass ein großer Anbieter dafür einen fertigen Kasten baut und Matter als Grundlage nimmt, ist ein gutes Zeichen für den Standard.
Für den Rest gilt Abwarten. Ohne Preis, ohne Termin und ohne klare Aussage zur Tiefe der Home-Assistant-Anbindung bleibt MindBase eine Ankündigung. Die spannende Frage ist, ob Anker das Gerät offen genug hält, damit es in fremden Systemen mehr ist als eine Brücke mit angeschlossener Festplatte.
Wer heute schon lokal auswertet und speichert, hat keinen Grund zur Eile. Wer mit dem Gedanken spielt und weder Lust auf Bastelei noch auf ein Kameraabo hat, sollte die Preisankündigung im Auge behalten.
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