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Matter-Steckdosen mit Strommessung im Vergleich 2026

Eine Matter-Steckdose kaufen, einstecken und den Verbrauch im Energie-Dashboard sehen. So sollte es laufen. In der Praxis stehen viele vor einem Sensor, der dauerhaft null Wattstunden meldet. Das Matter-Logo auf der Verpackung sagt über die Strommessung nämlich gar nichts.

Warum das Logo nicht reicht

Matter kann Verbrauchsdaten erst seit Version 1.3 übertragen. Alles, was mit 1.0 bis 1.2 zertifiziert wurde, darf das Logo tragen und trotzdem keine einzige Wattzahl liefern.

Dazu kommt, dass mancher Hersteller die Messung erst per Firmware nachreicht. Die Steckdose kommt aus dem Karton, meldet nichts, und nach einem Update über die Hersteller-App funktioniert sie plötzlich. Beim Tapo P110M braucht es dafür mindestens Firmware 1.3.2.

Drei Dinge müssen also zusammenkommen: Das Gerät muss Matter 1.3 oder neuer sprechen, die Zentrale muss es unterstützen, und die Oberfläche muss die Werte anzeigen. Fällt eines davon aus, bleibt das Feld leer.

Die Steckdosen im Vergleich

Eve Energy

Die Eve Energy ist die zuverlässigste Wahl, wenn es um Matter geht. Sie läuft über Thread, arbeitet ohne Cloud und liefert ihre Werte ohne Umwege an die Zentrale.

In den Erfahrungsberichten aus der Home-Assistant-Szene taucht sie durchgängig als funktionierend auf, während bei anderen Modellen die Zähler streiken. Als netzbetriebenes Thread-Gerät verstärkt sie zusätzlich das Thread-Netz.

Schwächen: Der Preis liegt meist bei 40 bis 50 Euro und damit doppelt so hoch wie bei der Konkurrenz. Die Belastbarkeit endet bei 10 Ampere. Und ohne Thread Border Router im Haus läuft gar nichts.

TP-Link Tapo P110M

Der Tapo P110M ist der günstige Einstieg über WLAN und liegt meist zwischen 15 und 20 Euro. In Messvergleichen lag er rund 3 Prozent neben einem Referenzmessgerät, was für den Hausgebrauch ausreicht.

Wichtig ist das M im Namen. Das ältere P110 ohne M beherrscht Matter nur über ein nachträgliches Firmware-Update, das nicht immer sauber durchläuft.

Schwächen: Die Einrichtung führt über die Tapo-App und ein TP-Link-Konto, und die Geräte gleichen sich über die Server des Herstellers ab. Wer die Steckdose ausschließlich über Matter betreibt, umgeht das zwar, für die Firmware braucht er die App trotzdem einmal.

Shelly Plug S Gen3

Der Shelly Plug S Gen3 ist der Sonderfall in dieser Runde. Er beherrscht Matter, hat daneben aber eine offene lokale Schnittstelle, die ohne Konto und ohne Cloud auskommt.

Für Home Assistant ist das der bessere Weg. Über die Shelly-Integration kommen Wirkleistung, Spannung, Strom und Zählerstand an, und zwar ohne die Eigenheiten, die der Matter-Weg mitbringt. Matter bleibt die Reserve für den Fall, dass man das Gerät später in ein anderes System hängen will.

Schwächen: WLAN statt Thread, und wer wirklich nur Matter nutzen will, verschenkt den eigentlichen Vorteil des Geräts.

Meross MSS315

Die Meross MSS315 ist die Wahl, wenn viel Last dranhängt. Sie verträgt 16 Ampere, während Eve und Aqara bei 10 aufhören. In Vergleichsmessungen lag sie sehr nah an der Eve Energy.

Der Haken steckt in der Vorgeschichte. Frühe Einheiten wurden mit älteren Matter-Fassungen ausgeliefert, die Energiedaten kamen erst mit einem Firmware-Update. Wer die Steckdose ohne dieses Update über Matter einbindet, bekommt Ein und Aus, sonst nichts.

Auch hier gibt es einen lokalen Umweg. Die Meross-LAN-Integration für Home Assistant legt die Verbrauchssensoren zuverlässig an und umgeht das Matter-Thema ganz.

Wo es aktuell klemmt

Drei Modelle tauchen in Foren immer wieder mit Problemen auf. Das sind keine Ausschlusskriterien, aber gute Gründe, vor dem Kauf genauer hinzusehen.

  • NOUS A8M. Die Leistungsanzeige läuft, der Energiezähler bleibt bei null Wattstunden. Das Verhalten zeigt sich auch in der Hersteller-App, liegt also nicht an Home Assistant.
  • SwitchBot Plug Mini. Die Verbrauchsdaten gibt es nur über die Cloud-Anbindung. Über Matter kommen sie nicht an.
  • Ledvance Matter Außensteckdose. Leistung, Strom und Spannung werden gemeldet, der Energiesensor bleibt leer.

Ein Muster zeigt sich dabei. Momentanleistung liefern fast alle, der aufsummierte Zählerstand fehlt häufiger. Für das Energie-Dashboard in Home Assistant ist aber genau dieser Zählerstand der wichtige Wert.

Wie genau messen die Dinger

Die guten Modelle liegen etwa 3 bis 5 Prozent neben einem ordentlichen Messgerät. Das reicht, um Stromfresser zu finden und Geräte miteinander zu vergleichen.

Was es nicht reicht: für eine Abrechnung. Keine dieser Steckdosen ist geeicht. Wer den Verbrauch eines Untermieters oder einer Wallbox abrechnen will, braucht ein Messgerät mit Eichung.

Bei kleinen Lasten wird es zusätzlich ungenau. Ein Standby-Verbrauch von zwei Watt liegt am unteren Rand dessen, was diese Geräte sauber auflösen. Für die Frage, ob der alte Fernseher im Bereitschaftsbetrieb wirklich so viel zieht, taugt das noch, für Feinarbeit nicht mehr.

Was ich kaufen würde

Mit vorhandenem Thread-Netz: Eve Energy. Sie kostet mehr, funktioniert dafür ohne Nachbessern und ohne Herstellerkonto.

Für Home Assistant ohne Thread: Shelly Plug S Gen3. Die lokale Anbindung ist die verlässlichste in diesem Feld, und Matter liegt als Möglichkeit daneben.

Wenn es günstig sein soll: Tapo P110M. Vor dem Einbinden das Firmware-Update über die Tapo-App durchziehen.

Für Waschmaschine oder Trockner: Meross MSS315 wegen der 16 Ampere. Auch hier gilt: erst Firmware, dann einbinden.

Vier Punkte für die Kaufentscheidung

  1. Steht in der Beschreibung ausdrücklich Matter 1.3 oder neuer? Das Logo allein genügt nicht.
  2. Gibt es Erfahrungsberichte zu genau diesem Modell in Home Assistant? Die Foren sind hier verlässlicher als jedes Datenblatt.
  3. Reicht die Belastbarkeit? 10 Ampere sind bei Küchengeräten schnell erreicht.
  4. Ist das Firmware-Update über die Hersteller-App eingeplant? Bei mehreren Modellen ist es die Bedingung für die Messfunktion.

Fazit

Matter hat die Strommessung standardisiert, aber der Markt hinkt hinterher. Zwischen dem Logo auf dem Karton und einem funktionierenden Zähler im Energie-Dashboard liegen bei vielen Geräten noch ein Firmware-Update und etwas Glück.

Wer sich das ersparen will, nimmt die Eve Energy oder geht bei Home Assistant über die lokale Schnittstelle eines Shelly. Beide Wege sind erprobt und liefern Werte, ohne dass man in Foren nach der richtigen Firmwareversion suchen muss.

Die Preise schwanken bei diesen Geräten stark, besonders im Doppelpack. Die genannten Beträge sind der Stand von September 2026 und als Anhaltspunkt gedacht.

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Matthias Korte

Hauptberuflich Software-Entwickler und seit einigen Jahren Smart-Home Fan. Angefangen hat alles mit einem RaspberryMatic und einer schaltbaren Steckdose. Mittlerweile habe ich einige Steckdosen, Sensoren, und Thermostate sowie ioBroker zur Visualisierung im Einsatz.

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